Vergnügungen 8, Ich habe meine Insel gefunden

IMG_7367Der Schreibworkshop ist beendet. Die letzte Zeile unseres Gedichts von Silja Walter heißt:

Ich habe meine Insel gefunden. 

Wir haben unsere Schreibwoche ganz nach Berthold Brechts Gedicht „Vergnügungen“ beendet. Meine Fassung liest sich so:

Vergnügungen

Der krähende Hahn am frühen Morgen
das leise Spatzengezwitscher
die Palmen zischen laut im Wind
ich höre Stille.
Der Drachen wie er durch die Luft fegt
zwischendurch ein Elfchen oder zwei.
Vorm Schwimmen im Meer ein Blogpost,
der aus der Feder springt.
Fragen, Fragen, Fragen.
Schreibspiele von links nach rechts und umgekehrt,
Morgenseiten schreiben und verdichten.
Zypriotisch frühstücken mit Bergamottemarmelade
und abends Tahini, vegetarisches Moussaka,
Kleftedes und süße Honigspeisen.
Das Blau des Himmels und des Meeres.
Salzwasser schmeckt igitt.
Auf der Insel sein mit anderen.
Schreiben.

Dadaismus, Rondell 7, Himmel und Welt sind in mir jetzt verbunden

Gestern dann die vorletzte Zeile aus dem Gedicht von Silja Walters Gedicht:

Himmel und Welt sind in mir jetzt verbunden.

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Wir hätten stundenlang einem Drachen zuschauen können, der im forschen Wind zackig hin und her flog. Der Drachenlenker stemmte sich gegen den Wind und hatte seinen „Luftikus“ gut unter Kontrolle. Da fiel uns natürlich sofort ein Elfchen ein.

Drachen
steigt empor
in den Himmel
mein Blick schaut gebannt
Luftikus

In unserem Workshop unterhielten wir uns gestern über den Dadaismus … ich lernte, dass beim Schreiben „alles verrückt“ sein darf Weiterlesen

Fragen Fragen Fragen 6, aus der Tiefe steigt

IMG_7343.JPGDie Zeile die uns durch den Tag begleitete aus Silja Walters Gedicht:

aus der Tiefe steigt.

Gestern haben wir Morgenseiten geschrieben und diese verdichtet. Unser Einstiegssatz hieß gestern: „Ich weiß immer noch nicht …. “ und mein Exzerpt liest sich so:

Viele Fragen sind aufgetaucht, was ich alles immer noch nicht weiß. Es ist aber nicht schlimm, die Antwort (noch) nicht zu wissen. Denn mit der Zeit ergeben sich diese, beantworten sie sich wie von selbst. Etwas immer noch nicht zu wissen heißt nicht, dass ich dumm bin. Vielleicht unwissend – ja! Interesselos, manchmal gar oberflächlich.

Kommt Zeit kommt Antwort.

Wir haben 5 Sachen über uns geschrieben: Weiterlesen

Pilgernd schreiben 5, aus der Höhe fällt

Unser kleines Gedicht von Silja Walter trägt uns weiter:

im Leben erhält,
aus der Höhe fällt,

Pilgernd waren wir unterwegs mit drei Schreibaufgaben im Gepäck. Hilde Domains Vers hat uns begleitet: „Ich setze den Fuß in die Luft und sie trug“.

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Das Foto zeigt einen meiner Schreibplätze. Vom Botanischen Garten in dem sich Aphrodites Bad versteckt bin ich ein Stück den Nature Trail gewandert. Ziemlich steinig, steil und holprig war das. Aber an diesem Schreibplatz angekommen mit diesem schönen Blick fiel mir das Schreiben leicht.

„Der Motorenlärm der Schiffe schwappt in meine Ohren, Weiterlesen

Der schöne 22. Oktober (4), was ich alles NICHT gemacht habe

IMG_7350Nach einem Gedicht von Tomas Brosch, dessen Gedicht heißt: „Der schöne 27. September“ und so beginnt:

Ich habe keine Zeitung gelesen.
Ich habe keiner Frau nachgesehn.
Ich habe den Briefkasten nicht geöffnet.

Ich habe keinen Stein ins Rollen gebracht.

Toll, dachte ich mir! Das macht Spaß! In diesem Sinne haben wir gedichtet und es war so befreiend und so leicht, darüber nachzudenken, was ich ALLES NICHT gemacht habe. Gestern haben wir einen Sonntagsausflug zu meinem Lieblingsplatz auf Zypern unternommen: Links fahrend im Auto haben wir den Tag in Pissouri Beach und Village verbracht.

Der schöne 22. Oktober

Meine geliebte Sonntagszeitung habe ich nicht gelesen.
Ich hatte keine Angst im Auto links zu fahren.
Ich habe über nichts nachgedacht.
Ich habe mir die Wimpern nicht getuscht
und die Lippen nicht rot gefärbt.
Vorm Frühstück war ich nicht erst schwimmen.
Ich habe abends den Laptop nicht noch einmal eingeschaltet
und keine Zeile geschrieben oder Mails beantwortet.
Ich habe mich nicht angestrengt,
meine Freude einfach für mich behalten.

 

Sense Poem 3, Schreibreise auf Zypern

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Man schreibt alle 5 Sinne nutzend ein Gedicht oder kleinen Text. Der letzte Sinn sollte das Gefühl sein: als Abschluss oder Quintessenz des Geschriebenen. Es muss aber nicht nur ein Gefühl sein oder Gefühlszustand sondern kann ganz konkret das sein, was man gerade an den Händen oder Füßen fühlt und wenn es der Stuhl ist, auf dem man sitzt.

Der Wind in den Blättern
es rauscht und raschelt luftig
Kinder schreien in der Ferne
jemand putzt sich die Nase
das dunkelblaue Meer glitzert durch die Büsche vor mir
der Zitronenbaum duftet ganz leicht, würzig
auf meiner Zunge eine Melange von Lippenstift und Salz
unter meinen Füßen der kühle Steinboden.
Hörend tiefenentspannt.

Exzerpt und Elfchen schreiben 2: den Ort, wo das Wort, …

IMG_7329.JPGUnser kleines Gedicht von Silja Walter hat uns gestern mit diesen Zeilen weitergetragen:

den Ort,
wo das Wort,
das Himmel und Welt

Das Foto zeigt den Blick aus unserem Seminarraum. Wir schreiben und schauen ins Blau des Himmels und des Meeres. Schiffe ziehen vorbei, die einen Tagesausflug ins Blaue unternehmen.

Wir haben gelernt, das Wichtigste aus den Morgenseiten herauszupflücken und einen Exzerpt daraus zu „stricken“: Weiterlesen

Morgenseiten schreiben 1: Ich habe die Insel gefunden

image1Mit Indigotours habe ich eine „Kreative Schreibreise“ nach Zypern gebucht. Aber nicht irgendeine Schreibreise. Eigentlich sollte die Autorin Susanne Niemeyer aus Hamburg kreativ durch die Tage führen. Aus Krankheitsgründen sind wir jetzt zusammen mit der Wortwerkerin Hannah Rau.

Wir hatten einen guten und inspirierenden Start gestern Nachmittag. Wir haben mit den Morgenseiten = „Nachmittagsseiten schreiben“ begonnen. Das bringt mich heut Morgen auf die Idee mal wieder im Bett zu schreiben „Morgenseiten“ eben. Weiterlesen