Die Bewerbung

Schreibeinladung abc.etüden

Christiane hat zur nächsten Schreibrunde eingeladen und wieder schöne Fotoentwürfe entwickelt. Bei Yachtclub musste ich natürlich gleich an die schönen Segelschiffe hier auf dem Zürichsee denken. Los gehts. *****

Dieser Schwimmring um den Bauch und die Hüften. Sie drehte sich in ihrem hellgelb eingerichteten Schlafzimmer vor ihrem ovalen Spiegel hin und her und gefiel sich gar nicht. Aber ihr Freund liebte ihre weichen Zonen. Er braucht was zum Anfassen, schäkert er. „Und deine Haut ist so schön weich und zart, Liebling“. Sie seufzte. Es half kein Liebesgeflüster, das sie umstimmen könnte.

Sie tippte die Nummer ihrer Freundin ins Smartphone: „Sag mal, was heißt noch mal besenrein genau?“. Ihre Freundin wusste immer alles ganz genau und diese antwortete prompt: „Susi, wie das Wort schon vorgibt, einmal die Wohnung ausfegen und danach den Schlüssel übergeben“. Zur Sicherheit las sie ihrer Freundin dann noch den Gesetzestext vor.

Susi hörte gar nicht mehr richtig zu. Ihr Blick heftete sich auf eine Anzeige in der Tageszeitung. „Suche freundliche Mitarbeiterin für die kommende Sommersaison am Zürichsee für unseren Yachtclub. Wir veranstalten regelmäßig Regatten, diese müssen perfekt organisiert werden. Wenn Sie den Kontakt zu anspruchsvollen Menschen lieben, dann sind Sie bei uns richtig. In Gedanken formulierte sie schon ihre Bewerbung und sie war überzeugt: „Da werde ich täglich schwimmen gehen und am See joggen. Endlich mal raus und die ganzen Familienverpflichtungen abspecken. Sie hatte grad die Nase voll von ihren alten Eltern, die immer nur übers Leben jammerten.

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Was Wolken uns erzählen

heute morgen am Zürichsee von der Eingangstür fotografiert

Wolken erzählen uns Geschichten.
Sie türmen sich auf, werden zu Bildern.
Zu Gesichtern oder Fratzen.
Man sieht Ohren oder Nasen. Flügel.

Wolken kommen und gehen.
Sind fluffig, zart oder wüst, zorniggrau.
Beeindruckend jedenfalls.
Erzählen vom Sturm unterwegs.
Der Flaute, die sich zäh anfühlte.

Sie platzen aus allen Nähten.
Es nieselt, tropft oder schüttet aus Kübeln.

Auf manchen Wolken sitzt vielleicht jemand, den wir vermissen.
Wir winken hinterher.

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Sonntagspaziergang

AD55CFE7-CADE-412E-9521-D0817B600571_1_201_aEs war doch hübsch kalt vorhin. Als ich mir die Mütze dann genau an dieser Stelle über die Ohren zog fand ich diesen Blick auf den Bach so schön. Die Sonnenstrahlen glitzerten auf der Wasseroberfläche. Es hatte etwas Friedliches diese Stimmung.

Später unten am See entstanden dann die anderen zwei Fotos. Standup-Paddling im Winter? Warum nicht?

Ein herrlicher Tag heut hier bei uns. Ich wünsch‘ euch einen schönen Sonntag.5078A108-AFDD-4365-9787-B9AABFC0BE7E

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An einem Tag wie diesem. Ballons und Bücher.

Wenn sich morgens scharf und schwarz die Berge am rotschimmernden Horizont abzeichnen und die aufziehende Wintersonne in den kalten Morgen startet, tja dann bin ich guter Dinge. Klarheit macht mich leicht und froh. Blaue Winterkälte auch.

Vormittags überfällt mich der Aufräumkoller.
Ich sortiere Bücher nach Genres, werfe weg, entsorge.
Flyer und Reiselandkarten besuchter Städte und Länder sind überlebt. Weg damit!

Mein Bücherregal sieht aufgeräumt aus :-). Endlich!

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raus aus dem Regal

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Sonntagmorgen am See

Heut morgen so gegen neun ein Zeitfenster mit blauem Himmel abgepasst. Das Wetter war schöner als die App vorhersagte. Schwere Gewitter stürmten hier gestern Nachmittag und letzte Nacht. Dieser aufgewühlte See, 25 Grad warm, war ein Hit. Nur ein paar wenige Sonntagmorgenschwimmer waren mit mir da. Es herrschte eine Einigkeit, ein stilles Zusammengehörigkeitsgefühl, das uns niemand nehmen konnte.

Morgenidylle
es riecht sommerlich frisch
gewaschene klare Luft
ein blank geputzter Himmel
die Wellen tragen mich
ich vertraue mir und meinen Schwimmkünsten
im Hoch und Runter des Wassers
und müsste ich JETZT sterben
dann wäre es gut. Weiterlesen

Sommerelfchen am See

Wellen
glitzernd aufgeregt
wie gestrickte Reihen
ich schaue amüsiert zu
träume

Schwimmen
im See
alle Jahre wieder
welch ein herrliches Vergnügen
täglich

Leicht
wie ein
Drachen im Wind
kühlt meinen hitzigen Kopf
vorfreudig Weiterlesen

5 Jahre am Zürichsee

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Genau vor 5 Jahren, also 2012, sind wir hier am Zürichsee angekommen. Ich erinnere mich gut, dass ich fast täglich diesen Schnappschuss auf Facebook gepostet habe. Der Morgen war heute wie „damals“ leuchtendrot. Das kommt auf dem Smartphone-Foto nicht wirklich rüber. Aber man bekommt eine Idee, wie schön es war. Im Nachthemd bin ich raus auf den Balkon um diesen Eindruck einzufangen. Ich wurde nämlich wach und mein Schlafzimmer leuchtete in roten Tönen. Wow!, dachte ich, das muss ich fotografieren.

Ja. Jetzt sind es ganze 5 Jahre, die wir hier leben. Ich könnte ein Buch schreiben über diese Zeit. Ich habe es mir nicht einfach gemacht, hier anzukommen. Und würde man andere fragen, dann würden sie das Gegenteil behaupten: Du bist doch mitten drin.

Ja, so ist es.

Welche Kapitel hätte mein Buch? Ich will mal nachdenken:

  • Wir finden „unser“ Haus am Zürichsee
  • Das erste Jahr in Richterswil, dem schönsten Dorf am See
  • Allegra Bio Bed and Breakfast auf den Weg gebracht
  • Mein Buch „Finde Dein Lebenstempo“ erscheint im April 2013
  • Jodeln lernen, Jassen lernen
  • Meine ersten Versuche als Biogärtnerin – kläglich gescheitert?
  • Der Tod meines Vaters im September 2014
  • Meine einjährige Weiterbildung zur Sterbe- und Trauerbegleiterin bei Jemanja (hierüber hab ich im Totenhemd-Blog ausführlich geschrieben) und meine ersten Erfahrungen im Hospiz
  • Pendeln zwischen Frankfurt und Zürich
  • Losgelassen. Angekommen.

Falls Du es noch nicht gelesen hast: „und fühlst Du dich wohl hier?“