Morgenseitenexzerpt: Von unten nach oben #4 aus Gozo

Wie eine Süchtige bin ich bisher immer nach oben gelaufen.
Hoch auf die Zitadelle.

Immer den Überblick haben.
Immer die Freiheit spüren.
Ein Fundament braucht es
um aufrecht stehen zu können.
Ich schaue von unten nach oben und habe eine neue Perspektive.
Sehe die Turmuhr das erste Mal.
Laufe auf festem Grund.
Der Wind zaust wieder an mir.

Ich rieche das Meer, Gras, modrige Steine.
Sehe Mauersegler, die sich in den Mauerritzen verstecken.
Das Papier raschelt im Wind.
Im Hier und Jetzt sein.

Mit dem Wind fliegen die Gedanken
zur ermordeten Journalistin: Ich schicke ein Gebet ins Blau.

Schreibe mit dem Gatten an unserer Löffelliste.
Was wollen wir beide noch miteinander?

Morgenseiten von der Zitadelle #3 aus Gozo

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Mit meinem Buch und Stift bin ich gestern Vormittag zur Burg hochgepilgert. Es war herrlich frisches, wolkiges mit der Sonne abwechselndes Morgenwetter. Nix wie hoch und ein Plätzchen suchen zum Schreiben, dachte ich mir. Das hab ich dann auch gemacht und das Plätzchen gefunden. Die Seiten des Notizbuches flatterten und meine Haare wehten mir immer wieder ins Gesicht. Es hat mir sehr gefallen da oben.

Nun ist auch die Seele angekommen. Es ist immer wieder das Gleiche: es braucht einfach Zeit, um an einem fremden Ort und in einer anderen Klimazone anzukommen. Ich hab’s ja gleich gesagt und immer schon gewusst ;-).

Ich als Touristin.
Wohin mit mir?
Ich suchte Zeit und fand mein Lebenstempo.
Die Seele ist nun auch angekommen.
Der Wind bringt Leichtigkeit und Neues.
Ich fühle mich frei hier oben.

Ich will recherchieren, wieso eine Stadt Kulturhauptstadt wird.
Valletta/Malta wird 2018 Europäische Kulturhauptstadt sein.
Diesen Link hab ich eben gefunden, den ich mir in Ruhe durchlesen werde.

Die Zitadelle #2 aus Gozo/Malta

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Die Casa Gemelli, unser Bed and Breakfast,
mitten in Victoria
ein Balkon mit zwei Stühlen
schaut auf die imposante Zitadelle.
Vor dem Balkon ein kleiner Garten
mit Zitronen- und Orangenbäumchen.
Ein Balkon mit zwei Stühlen.
Die ersten Touristen wandern entlang der Festungsmauern.
Der Wind schüttelt die Äste im Garten.
Zum Frühstück gab es Tamarindenmarmelade. Home made.
Ein Balkon mit zwei Stühlen
schaut auf die imposante Zitadelle.

Ich frage mich ob die Glocken nach einem System klingeln und läuten.
So viele verschiedene Töne und Schläge:

Ein helles Bimmeln bis zum tiefen lauten Gongschlag.
Es ist fast immer ein Glöckchen in Bewegung.
Das System habe ich jedenfalls bis jetzt nicht verstanden.

Ich muss hoch auf einen Spaziergang rund um die Burg.
Es ist so herrlich dort: der weite Blick, die Stille …