Einfach (mal Tochter) sein … Stichwort Parentifizierung

indexWenn sich Kinder um ihre Eltern kümmern müssen, dann nennt man das „Parentifizierung“. Ich habe diese Seiten während unseres Netzwerkabends aus Ingrid Meyer-Legrands Buch letzte Woche vorgelesen. Ingrid hat es sehr gut erklärt und vertieft:

„Die Kinder, die ihre Eltern schon in jungem Alter unterstützen, entwickeln sehr früh hohe emotionale, praktisch-organisatorische und soziale Fähigkeiten, um den vielfältigen Aufgaben der Eltern und manchmel der ganzen Familie gerecht zu werden. In der Rolle der Ersatzeltern und Tröster, der fehlenden Gesprächspartner, mit denen man alle Entscheidungen durchspricht und abwiegt, übernehmen sie für sich selbst, für ihre Eltern und häufig auch für ihre Geschwister Verantwortung. Wie bereits ausführlich beschrieben, kommen bei vielen noch weitere Rollen hinzu, nämlich die des Ersatzpartners oder der Ersatzpartnerin oder die der Mediatoren …

… für ihre Bedürfnisse ist kein Platz und sie sollten in jedem Fall zurückstehen. Sie haben sich um die Bedürftigkeit anderer zu kümmern. Was passiert, wenn Kinder nicht Kinder sein können, weil ihre Eltern hilflos sind? Sie leben ihre Rolle als Kinder nicht. Sie wissen nicht, was Kind sein bedeutet. Sie müssen sich von Beginn an selbst organisieren und Verantwortung übernehmen: und über allem steht als ihr wichtigstes Anliegen, die Eltern zu retten und zu entlasten. Es gibt keine Instanz, die ihnen sagt, was zu tun ist und wann es genug ist, was sie nicht machen sollten oder besser doch und warum. Sie über- oder unterfordern sich in einem fort“.

Mit Ingrid Meyer-Legrand hatte ich einige Coachinggespräche geführt zum Thema „Kriegsenkel-sein“. Irgendwann sagte sie dann: „sei einfach mal Tochter“. Ich erinnere mich, dass mich das total überfordert hat. Was KÖNNTE es denn bedeuten und was würde ich dann anders machen???

Ich weiss ganz einfach nicht wie es geht und was ich Weiterlesen