abc.etüden – Sie würde es tun

2019_3637_1_300Christiane läutet die nächste Etüdenrunde ein, was mich sehr freut. 

Die Wortspende stammt diesmal vom Etüdenerfinder Ludwig und lautet

Verzweiflungstat
ambivalent 
hingeben

„Tausendmal hatte sie es ihm schon gesagt, dass sie es tun würde. Gezetert hat sie. Geschrien. Drohend geflüstert und gezischt. Wie eine Schlange. Ihm ausgemalt wie es sein würde für ihn, wenn sie es täte. Vor allem zauberte sie ihm das frohlockende Bild vor Augen wie es ihr in Zukunft erginge.“

So startete die Autorin ihre Kurzgeschichte und wand sich aus ihrer Schreibblockade. Wie schaffe ich mir Lust und Motivation eine Kurzgeschichte zu schreiben? Wie kann ich meine Liebe zum Schreiben ausdrücken? Was ist mein unverkennbarer Stil, fragte sie sich und schaute verträumt in die Ferne. Sie saß auf ihrem alten Holzdrehstuhl, den sie von ihrer Oma geerbt hatte. Ein dickes Kissen im Rücken. Die ersten Zugvögel waren zu sehen. Wie in einer Perlenkette aufgereiht schlingerten sie wellenförmig am Himmel. Schlangenlinien in die Wolken zeichnend.

Sie erinnerte sich an einen Dokumentarfilm, den sie erst kürzlich per Zufall sah. Weiterlesen

…. mit dem Rollator direkt in die Pflege „spaziert“

Da rollt meine Mutter mit dem Rollator von der REHA direkt in die Kurzzeitpflege.
Ob das „Wohnen plus“ klappt? Welcher Pflegegrad wird festgestellt?
Mit dem Rollator spazieren gehen aber kognitiv geschwächt sein. Mist!

Meine Mutter jubiliert nicht! „Was eine Scheiße“, spricht der langjährige Hausarzt ihr aus der Seele.

Der Boden ist ihr unter den Füßen genommen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Trotz Schlaganfall können viele Ressourcen mobilisiert werden.
Mobile REHA ist möglich. In Bewegung bleiben.

Heute habe ich verschiedenste Behördengänge erledigt.
Was ein Lebensumbruch und ich an ihrer Seite! Ich denke „Gott sei Dank“.

Der frühe Morgenspaziergang auf Kreuznachs Roseninsel tat gut und war erfrischend.
Ein Eisvogelpärchen beobachtet. Es leuchtete hell-türkis Weiterlesen

Und fühlst Du dich wohl hier?

img_3364So fragt der Autor Mathias Möller in seinem Artikel eine sogenannte „Neuzuzügerin“- eine Deutsche, die erst seit kurzem in der Schweiz lebt.

Der Artikel ist vor zwei Tagen im Tagesanzeiger erschienen mit der Überschrift: Heimat ist für immer hier. Seit acht Jahren lebt er als Deutscher in der Schweiz. Und ich finde er hat das gut gemacht. Interessant die Kommentare! Von Schweizern wie von Deutschen.

Es ist nicht der erste Artikel dieser Art … aber in seinem Bericht steht so viel Gutes,  das ich blind unterschreibe. Weil ich mich verstanden fühle. Denn es ist nicht einfach. Er fühlt sich wohl hier. Die Gefragte hat sich gut eingelebt. Und auch ich fühle mich wohl hier am Zürichsee mit all den Ambivalenzen, die Möller in seinem Artikel beschreibt.

Erstens: Ich bin integriert hier in Richterswil. Ich habe nie nach den „German Ladies“ gesucht wie beispielsweise in Hongkong.

Integriert sein heißt für mich: Ich kenne die Nachbarn, die rechts und links von uns wohnen. Gegenüber oder hinter uns. Warum? Weiterlesen