Fasten?! Die Lunchbox und der Donut.

IMG_9081Wann würde ich in Deutschland oder in der Schweiz auf die Idee kommen aus einem Blechnapf zu essen?

Never!

Wenn man in China in ländlichen Gebieten unterwegs ist und mittags Hunger hat dann ist es wirklich das Leckerste was man bekommen kann – verglichen mit den vielen Garküchen am Straßenrand.

Diese Lunchbox gab es auf dem Weg zum Alishan im kleinen Städtchen Fenchihu. Und ich habe das erste Mal eine aus Blech vor mir gehabt, sonst aus Pappe.

Dies ist die vegetarische Variante mit einem Stück eingelegten Seitan. Es versteckt sich weiter Gemüse, Reis, eingelegter Ingwer, Pilze, Wasserspinat, Bambus … Sehr lecker, sehr schmackhaft, sehr sättigend. Für Fleichesser gibt es Schweine- und Hühnchenfleich.

In Fenchihu hält die Schmalspurbahn, die derzeit leider nicht fährt wegen Reparaturarbeiten. Man steigt hier gern aus, verweilt eine oder zwei Stunden, schlendert durch den touristischen Ort oder läuft den kleinen Rundweg. Touristen wandern hier IMG_9089wohl auch längere Strecken. Wir waren etwas 1,5 Stunden zur Mittagszeit dort und haben nach dem leckeren Reisgericht noch einen köstlichen frisch gebackenen Donut gefuttert, der mitten auf dem Land unter einer Zeltplane zubereitet wurde. Wie die Fliegen kamen die Menschen an diesen einsamen Ort, einem hübschen Garten mit ein paar Stühlen und Tischen aufgestellt. Die kleine Outdoor-Bäckerei hatte gut zu tun. Ein köstlicher süßer Duft zog übers Land.

Meine Freundin meinte wir wären wohl auf Schlemmerfahrt. Ja, kann man so sagen. Wobei ich wirklich auch faste finde ich. Und so eine Blech-Lunchbox gehört ja wohl auch eher in die Fastenecke: Einfach, karg, wesentlich. Mal vom Donut abgesehen ;-).

Ein Flarf: Harfe und Mohnkuchen. Fastenzeit in Taiwan.

IMG_8423Wie Ihr wisst hatte ich angekündigt Reiseberichte zu verfassen auch unter dem Aspekt des Fastens. Ich hatte euch auch erzählt, dass ich kreative Schreibimpulse empfange von Susanne Niemeyer in HH. Sie stellte ein Flarf vor. Heute an unserem Ruhetag hatte ich mal wieder Muße im schönen Hotelzimmer zu schreiben.

* Flarf ist eine zeitgenössische Form der Lyrik. Die FAZ beschreibt sie als „Googles Werk und Autors Beitrag“. Das Wort ist ein Kunstwort. Es hat keine eigene Bedeutung. Flarf kann ernst, lustig, ironisch, sinnvoll oder verrückt sein – vor allem kann es süchtig machen…

So bin ich vorgegangen: Ich habe heute morgen zu meiner Fastenzeit einfach so IMG_8662geschrieben: was ich vermisse, was ich gewinne. Einfach so hingekritzelt ohne weiter nachzudenken. Nur für mich. Die Schreibübung hat mich eingeladen Wörter zu schreiben nach dem ABC. A wie Auto, B wie Ball, C wie Chor undsoweiter. 2 Wörter habe ich herausgepickt und gegoogelt: „Mohnkuchen“ und „Harfe“. Weiterlesen

Frühlings-Fasten ja – aber mit Schmackes!

img_5328Yoko Ono schreibt in ihrem bezaubernden Buch „ACORN“:
Aufräumstück III

Versuche, über niemanden etwas Schlechtes zu sagen

a) drei Tage lang
b) fünfundvierzig Tage lang
c) drei Monate lang.

Schau, was mit deinem Leben passiert.

Nächsten Mittwoch beginnt – wer hätte es gedacht – die Fastenzeit mitten im kommenden Frühling. Für mich ist das echt eine Diskrepanz. Da lockt der Frühling uns hinterm Ofen hervor und wir genießen die laue Luft und das Vogelgezwitscher. Da lauern aber förmlich sechs Wochen Fastenzeit. „Es liegt was in der Luft“ und will von uns bemerkt zu werden.

Fasten hat im herkömmlichen Sinn immer etwas mit Verzicht zu tun, erscheint uns unfröhlich und ist gefühlt der Gegensatz zum aufbrechenden Frühling.

Ich bin für ein frühlingshaftes Fasten mit Schmackes. Heißt: wir haben die Wahl und treffen eine kraftvolle Entscheidung. Und diese Entscheidung tut uns rundherum gut. Wir fühlen uns wohlig in unserer Haut. Stolz werden wir sagen: „Ja, ich faste und zwar …“

Und nun kommt der schwierigere Teil: die Entscheidung treffen. Zuerst einmal das WAS will ich tun sprich fasten? Verzichten, etwas Neues oder etwas anders machen? Und dann die Zeitfrage: will ich 6 Wochen etwas Anderes gestalten? Oder wenigstens eine kurze Zeit lang?

Weniger ist mehr und wenn Fasten, dann mit Zeitqualität. Also. Wie Yoko Ono vorschlägt. Wem 6 Wochen zu lang erscheinen, der wagt wenistens 3 Tage. Oder eine Woche. Oder die erste und die letzte Woche. Oder jeden zweiten Tag nur ein Feierabendbierchen oder ein Stück Schokolade. Entscheide Dich!

Kommen wir noch zur Qualität: Gerne verzichtet man vor Ostern auf Alkohol, auf Süßes oder den Fleischkonsum. Das Weinchen am Abend, die Schokolade zum Dessert oder die Chips aus der Tüte? Man könnte ja auch mal auf die Massenware verzichten und regional oder Bio kaufen? Den Supermarktwein links lassen und vom heimischen Weinbauern das besondere Glas Wein am Samstagabend genießen, die Billigschokolade durch eine edle Premiumvariante ersetzen und die handgemachten Knusperchips ausprobieren. Das ist auch eine Möglichkeit des „Fastens“: Bring Qualität rein in die nächsten 6 Wochen. So oder anders.

Ich hab weiter unten einige Links gesammelt, die du mal durchklicken kannst. Was spricht dich an? Was willst Du ausprobieren? Weiterlesen