Adventetüden: der Laden ist voll und der Stollen verbrannt

2017_advent_1aDie Backbleche flogen durch die Küche, dass es nur knallte. Es war nur eine schmale Tür, die den Gastraum von der Küche trennte. Die Gäste zogen fast im Gleichtakt ihre Hälse ein. Er tobte: der Laden voller Gäste, der Christstollen schwarz und seine Frau hatte Migräne. Er grollte vor sich hin: Er buk den besten Christstollen in der Stadt, denn seine waren alle mit Rindertalg gebacken. Da trauten sich nur Konditormeister ran.

Immer wenn seine Frau, die sonst in der Küche herrschte, oben im dunklen Schlafzimmer wegen Migräne lag, schlug seine Wut zu. Die Backbleche flogen und die Stollen in den Schweineeimer. Trost fand er in diesen adventlichen Momenten nur mit einer frisch geöffneten Packung Dominosteine. Wie die dunkle Schokolade glänzte. Seine Augen gierten. Er lechzte förmlich nach dem Zucker. Endlich. Der süße Geschmack auf seiner Zunge, er schloss die Augen, atmete tief ein und sein Nervenkostüm beruhigte sich. Er war gewappnet für das Abendgeschäft, das er alleine zu wuppen hatte.

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Advent Advent, ich konnte es nicht lassen … oder siehe den Artikel vorher: Schreibend den Advent verbringen :-). Der beste Zeitvertreib ever. Danke an Christiane und ihre Adventetüden.