„Die göttliche Ordnung“ – schönes Beispiel fürs Wesentlich werden

Gestern war ich im Kino. Endlich. Ich habe mir „Die göttliche Ordnung“ angeschaut. Der Film läuft seit dem Frühjahr in den Schweizer Kinos. Die Frauen haben vor 45 Jahren für ihr Stimmrecht gekämpft. Das war nicht einfach! Mutig waren sie!

Sollte ich also einem Außerirdischen erklären, was „wesentlich werden“ bedeutet, könnte ich erklären: Schau dir den Film an. Das was die Frauen hier gespürt haben, hat sie wesentlich werden lassen. Sie haben gebrannt für ihr Recht und sind schwierige Wege gegangen.

Hat mich berührt der Film und glücklich gemacht.

 

Notruftelefon: Lärm (=Telefonieren) im Zug

IMG_3547Wir haben mit Freunden ein lustiges Spiel kennengelernt und gespielt. Es heißt „der wahre Walter“. Das Wort „Walter“ ist ein Platzhalter für ein anderes Wort, das man sich ausdenken muss. Beispielsweise bei dieser Frage:

Könntest Du einen neuen Notruf einrichten, dann wäre es für „Walter“. Eine der Antworten war: „Lärm im Zug“. Gemeint war, das ständige Telefonieren von Mitreisenden im Zug. Ich bin bestimmt 1 x die Woche im Zug unterwegs. Eine Strecke dauert etwa 1,5 Stunden. Sehr selten ist es wirklich ruhig. Ich erlebe ältere Herren, die ihre Freunde oder Bekannten anrufen: „Hoi, Walter, wie geht’s? Ich sitze gerade im Zug und wollte mal hören … “

Oder vorgestern saß ich neben einer jungen Frau, die mal eben in der Psychiatrie ihren Platz klar gemacht: „Ich hab Borderline … Selbstverletzungsgefahr … die nächsten drei Wochen sollte ich überbrücken, aber wo?“

Einige Telefonate werden in einer Sprache geführt, die ich nicht beherrsche. Die sind weniger anstrengend, weil ich nichts verstehe und deshalb auch „die Ohren zudrücken“ kann. Wenn man aber alles versteht, kann man die Ohren nicht zuhalten. Das ist ja das Phänomen. Weiterlesen

5 Kilo Krabben und das Buch „Ein wenig Leben“

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Genau!!!! Darüber haben wir ja noch gar nicht gesprochen: In Hanya Yanagiharas wunderbarem Buch wird viel gekocht und gegessen!!! Wunderbare Geschichte hier im „Das Magazin“ von Christian Seiler.

Schon mal 5 Kilo Krabben gepuhlt?

Wer mehr lesen mag: Hier habe ich das Buch vorgestellt und es gibt interessante Kommentare zu lesen zwischen Christiane, die mich zum Buch inspiriert hat, und mir.

Gelateria di Berna: Schlange stehen

IMG_6497Über die „Gelateria di Berna“ hörte ich: da musst Du Schlange stehen. Sogar „Das Magazin“ hat letzten Samstag drüber geschrieben. Meine Frankfurter Bekannte schwärmte in höchsten Tönen, die erst kürzlich dort mit ihrer Tochter Eis schleckte.

Heute wollte ich es wissen! Ich bin so neugierig geworden und hatte Lust auf einen kleinen Nachmittagsausflug in die Stadt. Mein Zug hielt am Bahnhof Wiedikon und ich war mitten im trubeligen Quartier 4. Mein Navi leitete mich zum Brupbacher Platz.

Ein lauschiges Plätzchen mit Tischen und Bänken unter IMG_6501den Bäumen erwartete mich. Und da ist das „Glacégeschäft“. „Swiss made Eis“ kann man schlecken und dann auch noch soooo preiswert für Schweizer Verhältnisse. Also, ich glaube das ist der wahre Grund, warum die Leute hier Schlange stehen. Denn die Eistüte, die ich erst kürzlich in der City kaufte mit 2 Kugeln Eis drauf, kostete 7 Franken oder doch 7,50 Franken? Ich weiß es gar nicht mehr genau. Hab es jedenfalls nicht laut weitergesagt.

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leckere kreative Sorten .. was nehm ich bloß?

Jetzt kann ich aber laut verkünden: Hey Leute, ich musste nicht Schlange stehen am frühen Nachmittag und bekam zwei Bällchen aufs Cornet für 3 Franken 50. Ja wo gibt es denn so was. Und dann diese vielen köstlichen Sorten!! Weiterlesen

Buchtipp: Noch einmal ist alles offen von Cornelia Coenen-Marx

cover-189x300Ich halte das Buch in Händen und bin einmal mehr angetan von dem cremefarbenen Umschlag im DIN A5-Format. Er ist sehr liebevoll gestaltet, fast zart. Die sanft-grüne Farbe des Buchtitels „NOCH EINMAL IST ALLES OFFEN“ in großen Lettern: ein frisches Grün, das man jetzt im Mai häufig erlebt. Der untere Buchdeckel wird umspielt von ganz feinen Gräsern in grün und dunkelrot, sie wiegen sich leicht im Wind, manche verschwinden blass im Hintergrund. Die Titelunterschrift in einer luftigen Typo abgedruckt „Das Geschenk des Älterwerdens“ wird von diesen Blüten leicht umspielt.

Der Titel hält durch das ganze Buch, was er verspricht: Es ist noch einmal alles offen, wenn wir älter werden. Das gefällt vor allem mir, die immer neue Ideen entwickelt und sucht. Hier in diesem Buch von der Autorin Cornelia Coenen-Marx habe ich eine Fülle von Möglichkeiten vor mir. Ich muss nur zugreifen und mich informieren und mich inspirieren lassen. Im ersten Kapitel geht es genau darum: Das Leben neu entdecken.

Wir können uns über soziale Projekte genauso informieren wie über neue Lebenskonzepte. Was will ich einmal realisieren? Was passt zu mir? Wie will ich mein Leben gestalten und führen? Wie leben? Wo? Mit wem?

Beruflich kann ich mich weiter engagieren Weiterlesen

Einfach (mal Tochter) sein … Stichwort Parentifizierung

indexWenn sich Kinder um ihre Eltern kümmern müssen, dann nennt man das „Parentifizierung“. Ich habe diese Seiten während unseres Netzwerkabends aus Ingrid Meyer-Legrands Buch letzte Woche vorgelesen. Ingrid hat es sehr gut erklärt und vertieft:

„Die Kinder, die ihre Eltern schon in jungem Alter unterstützen, entwickeln sehr früh hohe emotionale, praktisch-organisatorische und soziale Fähigkeiten, um den vielfältigen Aufgaben der Eltern und manchmel der ganzen Familie gerecht zu werden. In der Rolle der Ersatzeltern und Tröster, der fehlenden Gesprächspartner, mit denen man alle Entscheidungen durchspricht und abwiegt, übernehmen sie für sich selbst, für ihre Eltern und häufig auch für ihre Geschwister Verantwortung. Wie bereits ausführlich beschrieben, kommen bei vielen noch weitere Rollen hinzu, nämlich die des Ersatzpartners oder der Ersatzpartnerin oder die der Mediatoren …

… für ihre Bedürfnisse ist kein Platz und sie sollten in jedem Fall zurückstehen. Sie haben sich um die Bedürftigkeit anderer zu kümmern. Was passiert, wenn Kinder nicht Kinder sein können, weil ihre Eltern hilflos sind? Sie leben ihre Rolle als Kinder nicht. Sie wissen nicht, was Kind sein bedeutet. Sie müssen sich von Beginn an selbst organisieren und Verantwortung übernehmen: und über allem steht als ihr wichtigstes Anliegen, die Eltern zu retten und zu entlasten. Es gibt keine Instanz, die ihnen sagt, was zu tun ist und wann es genug ist, was sie nicht machen sollten oder besser doch und warum. Sie über- oder unterfordern sich in einem fort“.

Mit Ingrid Meyer-Legrand hatte ich einige Coachinggespräche geführt zum Thema „Kriegsenkel-sein“. Irgendwann sagte sie dann: „sei einfach mal Tochter“. Ich erinnere mich, dass mich das total überfordert hat. Was KÖNNTE es denn bedeuten und was würde ich dann anders machen???

Ich weiss ganz einfach nicht wie es geht und was ich Weiterlesen

Mittwochs geh ich jetzt mit Winston los

IMG_5851Früher bin ich mit unserem Riesenschnauzer Akki durch das Salinental – zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster – gelaufen.

Heute in Richterswil darf ich mir mittwochs Winston schnappen und laufe mit ihm eine Stunde durch den Wald. Ich werfe den Ball, den er mir immer und immer wieder vor die Füsse wirft, damit ich ihn gleich wieder im hohen Bogen wegschleudere. Er rennt und hechelt und kann nicht genug davon bekommen.

Mir macht dieser Hund so eine Freude. Ich bin höchst amüsiert, wie er sich über diesen Spaziergang freut. Er läuft durch das nasse hohe Gras und freut sich anscheinend, wie die kühlen Regentropfen auf seinem Fell landen. Auf jeden Fall frisst er genüsslich dieses nasse Gras. Schmatz. Schmatz.

Heute ist er dann – ich staunte nicht schlecht – direkt in eine Schlamm-Wasserpfütze gelaufen und hat sich wie ein Schwein darin gesuhlt. Was ein Vergnügen das gewesen sein muss. Ich genieße derweil die schöne Aussicht. Heute morgen war ein schöner kühler prachtvoller Vormittag.

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