abc.etüden. Auf dem Sprung.

2019_1920_2_300.jpgImmer wenn sie ihre Freundin beim Sprechen beobachtet muss sie an die grünen Katzenaugen ihres Katers denken. Tiger hat sie ihn getauft. Ihre Freundin heißt Lilli. Immer wieder ist sie irritiert und höchst beeindruckt wenn sie Lilli beim Sprechen beobachtet. Diese grünen Katzenaugen sind der Hit. Fehlt nur noch, dass sich die Pupillen senkrecht verziehen. Dann wieder gelingt es ihr, ihre Augen wie dunkelgrüne Knöpfe funkeln zu lassen.

Lilli kommt ihr immer vor als wäre sie auf dem Sprung. Sie erzählt hektisch. Immer kurze Sätze verwendend. Flüstert oft. Als lauerte große Gefahr. Und dann dieser Satz, den sie immer wiederholt: Das ist gut!

Das ist gut! Wie kurios! Sie balanciert die Wörter als lägen sie auf einem Tablett. Daneben dampft grüner Tee. Die Wörter könnten purzeln oder wegspringen, sich verbrennen. Deshalb hört sich ein Gespräch mit ihr immer wie ein Wasserfall an. Weiterlesen

Projekt Foto-ABC: R wie …

R wie beispielsweise Richterswil, der Ort in dem ich wohne. Oder Rheinfelden am Rhein, das eine deutsche und eine Schweizer Seite hat. Oder ….

…. der Rheinfall in Schaffhausen. Immer bin ich dran vorbeigefahren mit dem Zug. Vor wenigen Wochen war ich dorthin wandernd unterwegs bei herrlichstem Wetter.

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Foto-Projekt ABC. Q wie …

Darf es ein leckeres kühles Quöllfrisch sein?
Lecker Schweizer Bier, das wir gerne mal zischen nach Sport oder heißen Tagen.

img_1279.jpgAn „quellfrisch“ hatte ich sowieso gedacht und ein bestimmtes Foto in Erinnerung, das ich gleich dazu stelle. An einem heißen Sommertag in den Walliser Bergen geknipst.

Das Foto Abc-Projekt organisiert wortman.

Danke, es ist immer wieder toll wie die Buchstaben umgesetzt werden.

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abc.etüden Verdreckte Fingernägel

2019_1718_2_300Ich musste an die Fingernägel einer Bekannten denken, wenn sie Kartoffeln setzte bzw. erntete. Sie waren nie wirklich richtig sauber. Also schrieb ich gleich eine zweite Etüde für Christianes Blog. Die Wortspende diesmal von Agnes.

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Ihr Hände waren rau und braun verdreckt mit Erde. Jedes Jahr um diese Zeit setzte sie Kartoffeln und freute sich schon auf den Herbst wenn sie sie ernten konnte. Leckere Kartoffeln aus dem Garten! Ihr Kreuz tat ihr weh. Was eine Schufterei jedes Jahr. Immer wieder die gleichen Arbeiten im Frühling: Mit der Grabgabel den Boden lockern. Kompost und Mulch besorgen beim Bio-Hof. Jedes Jahr fuhr sie hin mit ihren großen Säcken und füllte sie Schaufel um Schaufel. Auch das war keine leichte Arbeit. Auch hier jaulte der Rücken, wenn sie nicht aufpasste. Bauchmuskeln anspannen und richtig bücken damit die Hexe nicht reinschießt, so ermutigte sie sich Jahr für Jahr. Im Garten wurde die frische Erde dann verteilt und der Kompost kam oben drauf. Der Gartenmulch war für die anderen Beete gedacht.

Nun stand sie im Bad und sah ihre verdreckten Hände an. Weiterlesen

abc.etüden: Kartoffeln mag ich nicht

2019_1718_1_300Kartoffeln sollte sie einkaufen. Sie fühlte sich  bevormundet als ihre Mutter bestimmte: „Heut Abend gibt es Kartoffelauflauf. Basta!“. Dabei wusste sie, dass sie keine Kartoffeln mag. Ihre Mutter liebte Kartoffeln in allen erdenklichen Macharten: Kartoffelbrei, Pommes, Brat- oder Pellkartoffeln, als Gratin oder Auflauf.“

Bekanntermaßen gehören Kartoffeln zur Familie der Nachtschattengewächse. Beide hörten erst vorgestern einen Vortrag über Hildegard von Bingens Ernährungslehre. Die Referentin war super und sprach ihr aus der Seele. Kartoffeln sollte man NICHT essen. Sie gehören zu den sogenannten „Küchengiften“. Sie jubilierte innerlich, als sie das hörte und endlich Zustimmung fand. Denn sie hatte es selbst gespürt, wenn sie Kartoffeln aß, bekam ihr das gar nicht.

Auf dem Weg zum Markt flanierte sie an Schaufenstern vorbei. Sie liebte diese Straße mit ihren bunten Eindrücken. Sie sah rosafarbene High Heels, schöne Holzlaufräder für Kids, große Vogelkäfige zierten eine Caféterrasse. Ihr mieses Gefühl verflog und sie fühlte sich zunehmend leicht und ein bisschen verliebt ins Leben. Sie lachte sich selbst im Spiegel der Schaufenster an. Sie fühlte sich beobachtet. Anzügliche Blicke trafen sie von einer Gruppe Männer in blauen Anzügen, die rauchend beim Aschenbecher Weiterlesen