Poetry Slam: Kochst du auch schon nach Ottolenghi?

fullsizeoutput_561Inspiriert von Lucas Slam „Brötchen“ (siehe vorherigen Post) hatten wir die Aufgabe einen Slam zu schreiben zum Thema „Essen“. Et voilà. Ich erwähnte ja schon mal dass ich nach Ottolenghi koche. Die Headline ist mir schnell eingefallen, also textete ich drauf los.

Kochst Du auch schon nach Ottolenghi?
Über Ottlenghi las ich
vor etwas zwei Jahren
im kreativen Magazin.

Smarter Mann mit kurzen Haaren
kreativer Meisterkoch
zieht mich in seinen Bann
schreibt Bücher und kocht
in seinen Restaurants und Bistros
im quirligen London
kommt aus Jerusalem
ist schwul und verheiratet
erzieht zwei Kinder
arbeitet nicht minder.

Kochst Du auch schon nach Ottolenghi?

Ich kochte nicht gleich nach Ottolenghi Weiterlesen

Sense Poem. Auf dem Weg zur Blauen Lagune

 

Wellen klatschen
Motorbootgeräusche
Farbkontraste in blau-strohgelb
Sesamknuprigklebriges

Zigarettenrauch mit Meeresbrise
Stacheliges an den Handtellern
Wandertag Schreibworkshop

déjà vu

glücklich-gelassen

Morgenseiten. Durch die Extremadura mit dem Rad.

Seit wenigen Tagen bin ich zurück am See. Ich war mit einer Gruppe Fahrradfahrend in Portugal und an der spanischen Grenze unterwegs. Die Reise begann in Porto und endete in Lissabon. Beide Städte haben wir uns (zu Fuß) näher angeschaut.

Heute begrüßt mich ein grauer Himmel und es regnet seit wenigen Minuten ordentlich. Die Natur freut sich. Zeit für Morgenseiten stellte sich ein. Mein Exzerpt und ein bisschen Nachklang zur Extremadura wird folgen. Die Extremadura ist ein Gebiet Spaniens das sich an die portugiesische Grenze anschmiegt. Ich finde allein das Wort sehr schön und besonders:

E-x-t-r-e-m-a-d-u-r-a

Ich habe es für mich während der Zeit, die wir dort radelten – zwei Tage je über 80 Kilometer – so übersetzt: Extreeeeemaaaa duuuraaaa … dura wie im französischen „dur“ mit hart übersetzt. Es war extrem anstrengend, sonnig, heiß, karg. Extremadura bedeutet allerdings „jenseits des Flusses Duero“.

Noch mit ungewaschenen Augen sitze ich an den Morgenseiten.
Träume mich in die Sonne und das Blau.

Das Wort „Extremadura“ entdeckte ich neu.
So wie die karge Landschaft.
Flaches sandiges Steppenland öffnet sich vor mir.
Kein Baum. Kein Schatten.
Schafe. Steppe. Schweine. Sonne. Weiterlesen

abc.etüden – Sie würde es tun

2019_3637_1_300Christiane läutet die nächste Etüdenrunde ein, was mich sehr freut. 

Die Wortspende stammt diesmal vom Etüdenerfinder Ludwig und lautet

Verzweiflungstat
ambivalent 
hingeben

„Tausendmal hatte sie es ihm schon gesagt, dass sie es tun würde. Gezetert hat sie. Geschrien. Drohend geflüstert und gezischt. Wie eine Schlange. Ihm ausgemalt wie es sein würde für ihn, wenn sie es täte. Vor allem zauberte sie ihm das frohlockende Bild vor Augen wie es ihr in Zukunft erginge.“

So startete die Autorin ihre Kurzgeschichte und wand sich aus ihrer Schreibblockade. Wie schaffe ich mir Lust und Motivation eine Kurzgeschichte zu schreiben? Wie kann ich meine Liebe zum Schreiben ausdrücken? Was ist mein unverkennbarer Stil, fragte sie sich und schaute verträumt in die Ferne. Sie saß auf ihrem alten Holzdrehstuhl, den sie von ihrer Oma geerbt hatte. Ein dickes Kissen im Rücken. Die ersten Zugvögel waren zu sehen. Wie in einer Perlenkette aufgereiht schlingerten sie wellenförmig am Himmel. Schlangenlinien in die Wolken zeichnend.

Sie erinnerte sich an einen Dokumentarfilm, den sie erst kürzlich per Zufall sah. Weiterlesen