Die Katze über den Hühnern

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aus dem Zimmer heraus fotografiert

Irgendwas ist ja immer.
Ich in meinem Schlafzimmer
hinaus schauend
und sehe
unsere dicke fette
dunkle wuschelige Nachbarskatze
wie sie es sich auf dem Zaundach des Hühnerkäfigs
gemütlich gemacht hat
und in der Sonne döst.

Ach, Katze müsste man sein .. Weiterlesen

abc.etüden. Winston und der Meisenring

2019_0203_1_300Auf ein gutes und schreibfreudiges 2019.

Die neuen Wörter für die Textwochen 02/03 spendet bei Christiane im Blog Etüdenerfinder Ludwig Zeidler.

Wie immer gilt es die gespendeten Wörter in maximal 300 Wörtern in eine Geschichte zu packen.

Auf den Mittwoch freut sie sich immer. Es ist IHR Tag um mit dem süßesten Labrador überhaupt Gassi zu gehen. Vormittags um zehn Uhr ist ihr kleines Date mit dem Hund. Jedesmal macht sie sich beschwingt auf den Weg, geht ins Haus der Nachbarin und lockt ihn mit einem lauten Schnalzen. Winston fängt dann sofort an zu Bellen vor Freude. Sie hält ihm ihre Hand hin zur Begrüßung und er tanzt und springt an ihr hoch. Draußen schnappt er sich seinen Ball und los geht’s.

An einer Weggabelung bleibt er immer stehen und wartet. Er weiß genau: hier Weiterlesen

Hexenschuss

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abends in Frankfurt vorm Städel

Was will mir mein Hexenschuss sagen,
den ich seit einigen Tagen mit mir trage
im unteren Rückenbereich
es quietscht in den Knochen und ächzt
warum will sie mich plagen diese Hexe
gleich geh ich los und erschiesse sie.

Es ist aber auch verhext.
Fröhlich in Frankfurt von Termin zu Termin
und von Freundin zu Freundin
und von Museum zu Museum
und von Café zu Café

und und und …

ging am Donnerstagmorgen innerhalb von fünf Minuten gar nix mehr.
Uäääääh.
Ich notierte in mein Buch: Weiterlesen

Das Stippe in Ravensburg

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Ravensburg ist immer eine Reise wert.
In nur zwei Stunden bin ich da.
Mit der Bahn dauert es drei Stunden.
Die sind aber schnell überwunden
wenn ich lese oder schreibe … übers Stippe, meinem Lieblingslokal.

Hier treff ich meine Sippe
meistens ist es voll und gut besucht
dann krieg ich noch den letzten freien Tisch
und bestelle mir Fisch
aus den dortigen Gewässern
mit Salat oder Gemüse.
Auf jeden Fall ist es immer lecker
und ich genieße und
schlecke fast den Teller. Weiterlesen

abc.etüden: Notizen und ein Telefonat während einer Zugfahrt

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Für Christianes abc.etüden, Woche 45/46.2018:
3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Bettina und lauten: Knirps, grotesk, notieren.

*****

Sie saß im Zug. Sie war auf dem Weg zu ihren Freunden. Sie holte ihr Notizbuch aus der Tasche. Sie hatte es immer bei sich, denn sie liebte es im Zug zu schreiben. Hinter ihr hörte sie eine männliche Stimme:

„Ja, das können wir ganz in Ruhe mit unserem Berater klären. Ja klar, kann ich die finanzielle Situation neu berechnen. Der Berater erhält eine Zahl von mir. Nein, wir treffen uns dort. Genau um 11 Uhr. Das Gespräch wird eine Stunde dauern.“

Sie notierte in ihr Büchlein: Ich freue mich auf Hannes und Lisa. Wie es den beiden wohl geht? Wie lange haben wir uns jetzt nicht gesehen?

„Ich schlage vor, dass wir das alles in ruhigem Ton und in neutraler Atmosphäre klären. Du hast schlecht über mich geredet. Du kennst meine Position, die werde ich nicht ändern. Ich stehe dazu“, führte er weiter in sehr gefasstem Ton aus.

Die Worte drangen an ihr Ohr und sie schrieb weiter: Zwei Kinder haben die beiden jetzt, zwei und fünf Jahre. Ob sie mich mögen werden?

„Wir werden mit dem Berater gemeinsam darüber sprechen und klären, wann ich unsere Kinder sehen kann“ meinte der Mann mit der sehr angenehmen Stimme hinter ihr.

Nun hielt sie inne, legte ihren Stift zur Seite. Sie freute sich seit Tagen auf die beiden Knirpse ihrer Freunde und der Typ hinter ihr diskutiert mit seiner zukünftigen Ex. Sie spürte ihren Ärger ansteigen. Das war ja wohl grotesk, hier mitten im Zug solch eine Unterhaltung zu führen, die alle mit anhören konnten. Sie schnappte ihren grellgelben Knirps, drehte sich um und fuchtelte dem gut aussehenden jungen Mann damit vor der Nase herum. „Zusammen bleiben ist besser! Das rate ich Ihnen!“.

Sprach’s und stieg aus. Sie war an ihrem Zielbahnhof angekommen und sah ihre Freunde schon weitem.

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Mein erster Besuch einer Poetry Slam Veranstaltung #poetryslam

Hier und Heute will ich schreiben
was ich erlebte auf der Bühne
und nicht übertreiben.
Die 20. deutschsprachige Meisterschaft
im Poetry Slam findet derzeit in Zürich statt.

Im Pfauen war ich, der Schauspielhausbühne
ach, was waren sie so kühn
und charmant
so ulkig und so pikant
so jung und so natürlich
manchmal auch figürlich.

Aber nochmal von vorne.
Im Foyer galt es
ein Gedicht zu texten
mit 12 Worten in drei Zeilen.
Ich tüftelte und schob die Worte
bis ein Liebesgedicht entstand
für den geliebten Mann, der da hinten stand.
Er war dabei und wir waren zwei.

Der Saal war voll
die Stimmung gut
das Schaulaufen der Poesie
wird moderiert von Simon Chen
Poetry Slammer und Kabarettist.

Und gleich ging’s los mit ihm
und wir waren mittendrin im Slam Weiterlesen