abc etüden 38.17: das rosa-grüne Garn

Christiane hat zur 38. abc etüden Schreibwoche eingeladen. In knapp 10 Sätzen eine Kurzgeschichte schreiben.

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Scheiß doch auf die Achtsamkeit, die von überall gepriesen wird.
Pah.
Zen und die Kunst des Stickens.
Dass ich nicht lache.
Ich werde den rosa und den grünen Faden so verwurschteln, dass die Tischdecke ein grelles Kunstwerk wird.

Rosa-grün soll die Weihnachtstischdecke werden.
Genau so.
Keine anderen Farben!

Wo ist jetzt diese verdammte Stickanleitung?

Wesentlich sein: Mal was ganz anders machen als sonst?

So könnte ich einem Außerirdischen erklären, was es bedeutet „wesentlich zu werden“: mal was ganz anders machen als sonst. Und eigentlich wollte ich ja schreiben, was man dann NICHT macht (siehe vorherigen Artikel: Was wäre wenn … ). Aber das ist echt schwierig. Mal sehen, ob mir die Umkehrlektion später gelingt, aber jetzt will ich erstmal schreiben, was ich gerade konkret Wesentliches tue.

Okay. Ich gebe zu. Ich genieße gerade sehr meine Sommerwochen hier am See. Ich habe mir ganz bewusst KEINE Reisezeit in den Kalender gesetzt. Es kehrt Ruhe ein. Übrigens: das ist wesentlich werden, stelle ich gerade beim Lesen fest.

Also: Heute morgen habe ich entgegen aller bisherigen Morgen das Online-Radio eingeschaltet und mich von HR2 unterhalten lassen. Schon allein das hat gut getan! Unterschiedlichste Musik habe ich gehört, kleine Reportagen und Unterhaltungen. In den Nachrichten kamen die Nachrichten aus Hessen in mein Ohr.

Da mein Zugticket nach Zürich noch bis 14.45 Uhr gilt dachte ich mir bei dem Regenwetter könnte ich doch ENDLICH mal ins Kunsthaus Zürich gehen. Den Vormittag und das Zugticket nutzen. Das Kunsthaus öffnet um 11 Uhr seine Türen und für die Dauerausstellung musste ich heute nichtmal Eintritt bezahlen. Ich war nicht die Erste, hinter mir bildete sich schnell eine lange Schlange.

hodler_tag_b_bc960d8753Ich machte mich schlau, was wo ausgestellt ist und habe mich in die Räume der Schweizer Maler begeben. Ferdinand Hodler lernte ich, ist ein berühmter Künstler seiner Zeit gewesen. Einige seiner Werke habe ich mir über das Audiogerät erklären lassen.

Nach der Ausstellung wollte ich eigentlich im Café des Kunsthauses mit meinem Laptop sitzen und schreiben. Jetzt sitze ich also im „kunsthausrestaurant“ und lasse mir gleich etwas Asiatisches kochen und haue mal schnell in die Tasten. Dies ist wirklich das erste Mal: dass ich an einem ganz fremden Ort schreibe. Ich wollte ausprobieren, ob das inspirierend ist. Auf jeden flutscht es in die Tasten.

Ich war sogar ganz brav 😉 und habe gefragt, ob ich meinen Laptop aufmachen darf um darin zu schreiben. „Ja klar“ war die Antwort. Ich bin deshalb so schüchtern, weil um mich herum sitzen sehr viele Menschen an weiß gedeckten Tischen, ich an einem ungedeckten. Also darf ich hier meinen Laptop ruhig nutzen und in ihn hineinklimpern. Der nette Ober hat mich sogar gefragt, ob ich Internet mag.

Yessss.

Mein Essen kommt. En guete Euch auch.

Die Liebe im „Das Magazin“ von Elke Heidenreich

ma1718_fro_1_web„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“ 1. Korinther 13, Vers 13).

Das Magazin ist die Wochenendbeilage des Tagesanzeigers am Samstag.

10 Frauen schreiben über die Dinge des Lebens. Auf dem Cover sieht man Hazel Brugger, bekannte Schweizer Künstlerin und Kolumnistin. Was soll uns ihr Gesichtsausdruck auf dem Cover sagen?

Die Geschichte von Elke Heidenreich habe ich zuerst gelesen.

Elke Heidenreich hat einige Verse aus Liebesgedichten aufgeschrieben, die ich hier vorstelle. Sie klärt uns auf über die Liebe, dass die Leidenschaft bald vergeht, wenn man zu viel erwartet ….deshalb sei Schubert zitiert: „Die Liebe liebt das Wandern, Gott hat sie so gemacht – vom einen zu dem anderen“.

Teil der Liebe ist für Elke Heidenreich: „suchen, sehnen, hingehen, mutig sein, sich darauf einlassen, auf der anderen Seite dann im Dunkeln stehen – nichts bereuen, aber die Traurigkeit bleibt, die Einsamkeit bleibt.“

Goethe: „Ich ging, du standst und sahst zur Erden,/Und sahst mir nach mit nassem Blick:/Und doch, welch Glück, geliebt zu werden“/Und lieben, Götter, welch ein Glück!“

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Balladenmontag: Junge, wiste ’ne Beer?

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Bei Christiane ist heute Balladenmontag. In ihrem Blog hat sie aufgerufen, nach Balladen zu schauen, vielleicht nach DER Lieblingsballade und sie erklärt auch sehr schön, was eine Ballade ausmacht.

Balladen sind Romanhandlungen oder zumindest Episoden, die der Autor in Gedichtform gebracht hat. Das macht das Gedicht in der Regel länger, okay, und zumindest wenn es eine klassische Ballade ist, macht es das Gedicht auch gereimt (auf jeden Fall gibt es so etwas wie ein Versmaß).

Die Ballade „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ beginnt mit dem Herbst. Deshalb passt sie vielleicht nicht ganz hierher, weil ja jetzt Frühling ist. Aber dennoch. Ich verbinde mit ihr ganz schöne Erinnerungen. Die Erzählung haben wir auf jeden Fall im Deutschunterricht unter die Lupe genommen. Und ich bin mir nicht ganz sicher ob sie in einem gelben Reclamheft abgedruckt war, auf jeden Fall war es ein kleines Büchlein, das ich in den Händen hielt. Ich erinnere mich dunkel an Skizzen vom Birnbaum und dem Herrn von Ribbeck.

Theodor Fontane hat die Ballade 1889 geschrieben. Es gilt als das wohl bekannteste Gedicht aus seiner Feder.

Was mir an Christianes Balladenaufruf gefällt: dass man sich mal wieder mit etwas beschäftigt, was man sonst nicht macht (ich nicht mache). Mir war nämlich nicht bewusst, dass es die Familie von Ribbeck in Ribbeck tatsächlich gab und immer noch gibt. Das kann man hier in der Familienchronik schön nachlesen.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

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Auja: Ostermontag ist Balladentag

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bei Christiane im Blog.

Ostermontag ist bei mir auch Couching angesagt, so wie es einer ihrer Leser geschrieben hat. Und da Christiane schon einige Balladen aufgezählt hat, denke ich an eine ganz bestimmte und ich könnte natürlich weiter bei Schillers Glocke stöbern und einfach eine Fortsetzung schreiben. Ihr erinnert Euch? Hier gab’s den ersten Teil auch zur Balladenaktion bei Christiane :-).

Die Fastenzeit ist nun fast beendet: Heute ist Gründonnerstag, morgen singe ich mit dem Chor zum Karfreitagsgottesdienst inbrünstig versteht sich und dann kommt Ostersamstag mit den Einkäufen, Ostersonntag treffe ich nun endlich meine Nichte mit ihrem neugeborenen Sohn in Ravensburg, wo sich die ganze Familie vereinen wird beim Osterfrühstück …

… und dann Moooooontag: Balladentag.

Wir lesen uns.

Eine Buchseite! hier im Blog.

1395246_649626778391021_804628504_nIch wäre ja nicht drauf gekommen.

Meine treue Leserin Christiane hat mir den Tipp gegeben: Mach eine Blogseite hier für Dein Buch.

Erledigt! Bitteschön, hier entlang.

Jetzt bin ich so froh. Danke, liebe Christiane!

Bei der Gelegenheit ist mir dann wieder eingefallen, dass ich über meine Zeit in Hong Kong ein E-Buch geschrieben habe: Dim Sum sind kleine Herzenswärmer.

Hab ich in meiner überarbeiteten Über-mich-Seite integriert.

Den Gegenentwurf gestalten. Das Resümee der Kriegsenkeltagung.

img_5283Ich hatte sie sofort ins Herz geschlossen: Jennifer Heinrich aus Hamburg hatte die Aufgabe, in ihren Worten die Tagung zu resümieren.

Ich sage nur: das ist ihr trefflich gelungen!!!!

Jeder Vortrag wurde von ihr noch einmal unter die Lupe genommen (wie im Tanzprojekt die hängenden Lupen am Kleiderbügel: „etwas unter die Lupe nehmen“ … „genau betrachten“).

Sie hat es großartig gemacht.

Mein Resümee für Ihren Vortrag:

Sie hat Worte gefunden, dort wo ich sprachlos geblieben bin und Weiterlesen