Eine zufällige Begegnung mit „dem Waschküchenschlüssel“

der-waschkuechenschluessel-9783257216332Gestern ist mir was Lustiges passiert!

Ich sitze in der Straßenbahn und erzähle meinem Mann wie es mir nach einem Gespräch mit der Vermieterin geht, die eine Traumwohnung in Zürich zu vergeben hat. Es ging um die Waschküche:

  • die wir nach 21 Uhr nicht mehr nutzen sollten: das „Schwingen“ also Schleudern wird sie stören, weil sie im ersten Stock die Vibrationen aus dem Keller spürt.
  • in der die Wäsche „sorgfältig“ aufgehängt werden soll und nicht wie ein anderer junger Mieter es tut: kreuz und quer über die Leine geworfen.
  • unsere Waschmaschine und Tumbler von der Vermieterin gleich mitgenutzt wird, wenn sie ihre Maschine schon mal anwirft (da ihr zwei Wohnungen im Haus gehören, gehören ihr auch die beiden Waschmaschinen und zwei Tumbler); natürlich kann man alles klären und locker miteinander umgehen.

Tja, ich hörte mich wohl leicht zerzaust an ob dieser Eindrücke, denn es waren noch viel mehr außerhalb der Waschküche 😉 … und meine mir völlig unbekannte aber sehr sympathische Sitznachbarin meinte zu mir: Es gibt ein Buch das heißt: der Waschküchenschlüssel. Ob ich es kenne? Darin wird über die Schweizer Kultur der Waschküche auf ironische Weise geschrieben. Wir haben uns dann noch eine Weile unterhalten über die eine oder andere Schweizer Eigenart und uns köstlich amüsiert. Sie ist übrigens Bürgerin mit zwei Pässen, aus Italien und der Schweiz.

Ja, was soll ich sagen? Da war ein fröhliches Happy End … die Wohnung haben wir schweren Herzens abgesagt. Zu viel Konfliktpotential liegt nicht nur in der Waschküche ;-).

Hier kannst Du Dich über das Buch informieren; es gibt auch eine Hörprobe.

Kunst im Artpark: Outdoor Painting

 

Endlich wollten wir uns mal blicken lassen bei Kunst und Musik und Gespräch. Leider war niemand da wegen der Chilbi im Ort (Kirmes).

Ich habe die Künstlerin Marlise Rüegg gefragt ob ich die Fotos veröffentlichen darf. Von den etwa 12 Exponaten ist dies mein Lieblings-Kunstwerk.

Ein bisschen naive Malerei? Expressionistisch auf jeden Fall. Großflächig und schöne bunte Sommerfarben. Ich habe Badekappen gesehen, könnte man jetzt infrage stellen. Man beachte auch die davor stehende Bank: wie ein Spiegel trifft man hier drei Köpfe wieder. Und wenn man genau hinschaut dann sind es drei ganz andere Köpfe, die sich gegenseitig betrachten.

Auf jeden Fall gefällt es mir sehr, vor allem wie das Sonnenlicht durch das Blattwerk der Bäume helle Farbtupfer setzt, das macht das Gemälde besonders schön und luftig.

Marlise Rüegg zeigt auf ihrer Homepage die Entstehung des Werkes und Impressionen vom „Art-Gelände“.

…. mit dem Rollator direkt in die Pflege „spaziert“

Da rollt meine Mutter mit dem Rollator von der REHA direkt in die Kurzzeitpflege.
Ob das „Wohnen plus“ klappt? Welcher Pflegegrad wird festgestellt?
Mit dem Rollator spazieren gehen aber kognitiv geschwächt sein. Mist!

Meine Mutter jubiliert nicht! „Was eine Scheiße“, spricht der langjährige Hausarzt ihr aus der Seele.

Der Boden ist ihr unter den Füßen genommen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Trotz Schlaganfall können viele Ressourcen mobilisiert werden.
Mobile REHA ist möglich. In Bewegung bleiben.

Heute habe ich verschiedenste Behördengänge erledigt.
Was ein Lebensumbruch und ich an ihrer Seite! Ich denke „Gott sei Dank“.

Der frühe Morgenspaziergang auf Kreuznachs Roseninsel tat gut und war erfrischend.
Ein Eisvogelpärchen beobachtet. Es leuchtete hell-türkis Weiterlesen

Mit dem Rollator aus der Reha spazieren

IMG_9690[1822]Was soll ich Euch sagen: Meine Mutter wird diese Woche mit dem Rollator aus der REHA-Klinik spazieren. Es ist wirklich nicht zu fassen. Vor 6 Wochen bettlägerig eingeliefert und nun spaziert sie am Rollator. Wackelig aber immerhin. Meine Mutter hat total interessante Übungen machen müssen um wieder fit zu werden.

Nun wird sie ein neues Leben starten. Wir Töchter organisieren ihr dieses neue Leben.

Nach Hochs und Tiefs – konfrontiert mit unserem deutschen Pflegesystem – rollt sie also nun in ein kleines Appartement und wird „betreut wohnen“. Man nennt das Konzept auch „Wohnen plus“. Meine Mutter ist in einem Pflegezentrum auf einer Etage mit anderen alten Menschen selbständig unterwegs, in einem kleinen Appartement wohnend und kann die Infrastruktur des Hauses mitnutzen. Das ist großartig. Sie kann nun mit ihrem Rollator im Park spaziergen gehen. Ihre Freundinnen und Bekannten werden es leicht haben sie zu besuchen. Mitten in der Stadt ist sie gut ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Ich werde mit ihr üben, Bus zu fahren mit Rollator :-).

Der Umzugsplan steht für den Einzug aus ihrer bisherigen Wohnung in das kleine Appartement. Dann ist die Wohnungsauflösung dran. Ein Weiterlesen

Wenn Lärm stinkt …

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Dieses Plakat ist mir in den letzten Tagen in unserem Ort Richterswil aufgefallen. Mal hing es dort, mal woanders. Und es machte etwas in meinem Kopf – aber erst als meine Ohren absolute Stille hörten. Ja, das gibt es immer wieder hier in unserem Ort. Das war schon beim ersten Besuch so als wir hier nach einer neuen Bleibe suchten. Es fiel mir sofort auf, weil sich bei Stille mein ganzer Körper entspannt und diese Ruhe förmlich über alle Poren aufsaugt.

Heute überlegte ich also, weil es einen Moment lang an der Hauptstraße sehr still war: Wenn Lärm stinkt, wie riecht dann die Ruhe? Dazu werde ich poetisch schreiben am Tag gegen Lärm, am Mittwoch, dem 25. April. Hast du es gewusst, dass es solch einen Tag gibt? Ich nicht. Ich fand Informationen zum Plakat im Netz. Et voilà. Weiterlesen

Gelandet im Aquarium

Tausendmal dran vorbei gelaufen.
An der Unterführung im Bahnhof Burghalden.
Eine Schulklasse hat Tiere an die Mauern gemalt.

Ich empfand sie das erste Mal fotogen und schön.
Wie im Aquarium kam ich mir vor.

So fröhlich und so frei die schwimmenden Fische an der Wand.

Ich lande nach langer Reise und anscheinend einem anderen Blick
im Alltag mit meinen Terminen und wöchentlicher Routine.

Fasten?! Die Lunchbox und der Donut.

IMG_9081Wann würde ich in Deutschland oder in der Schweiz auf die Idee kommen aus einem Blechnapf zu essen?

Never!

Wenn man in China in ländlichen Gebieten unterwegs ist und mittags Hunger hat dann ist es wirklich das Leckerste was man bekommen kann – verglichen mit den vielen Garküchen am Straßenrand.

Diese Lunchbox gab es auf dem Weg zum Alishan im kleinen Städtchen Fenchihu. Und ich habe das erste Mal eine aus Blech vor mir gehabt, sonst aus Pappe.

Dies ist die vegetarische Variante mit einem Stück eingelegten Seitan. Es versteckt sich weiter Gemüse, Reis, eingelegter Ingwer, Pilze, Wasserspinat, Bambus … Sehr lecker, sehr schmackhaft, sehr sättigend. Für Fleichesser gibt es Schweine- und Hühnchenfleich.

In Fenchihu hält die Schmalspurbahn, die derzeit leider nicht fährt wegen Reparaturarbeiten. Man steigt hier gern aus, verweilt eine oder zwei Stunden, schlendert durch den touristischen Ort oder läuft den kleinen Rundweg. Touristen wandern hier IMG_9089wohl auch längere Strecken. Wir waren etwas 1,5 Stunden zur Mittagszeit dort und haben nach dem leckeren Reisgericht noch einen köstlichen frisch gebackenen Donut gefuttert, der mitten auf dem Land unter einer Zeltplane zubereitet wurde. Wie die Fliegen kamen die Menschen an diesen einsamen Ort, einem hübschen Garten mit ein paar Stühlen und Tischen aufgestellt. Die kleine Outdoor-Bäckerei hatte gut zu tun. Ein köstlicher süßer Duft zog übers Land.

Meine Freundin meinte wir wären wohl auf Schlemmerfahrt. Ja, kann man so sagen. Wobei ich wirklich auch faste finde ich. Und so eine Blech-Lunchbox gehört ja wohl auch eher in die Fastenecke: Einfach, karg, wesentlich. Mal vom Donut abgesehen ;-).