7 Jahre cinéglise: Das Gotteshaus wird zum Kinosaal.

Vor 8 Jahren sind wir nach Richterswil gezogen. Unser 9. Jahr beginnt am Zürichsee.

Zum 7. Mal findet in der ersten Januarwoche nach Silvester die Kinowoche in unserer reformierten Kirche statt. Die sogenannte Cinéglise-Woche. Das Gotteshaus wird zum Kinosaal. Ein bisschen ungemütlich und hart sind die Sitzbänke. Es liegen viele bunte Kissen im Altarraum, die man sich nehmen kann um einigermaßen gepolstert zu sitzen.

Der Pfarrer, der dieses Event organisiert meint scherzhaft während der Begrüßung: „Kommen Sie sonntags wieder, da haben Sie mehr Platz in unseren Kirchenbänken“.

Neben der Kirche ist ein Zelt aufgebaut. Es ist gemütlich dekoriert und geheizt und ALLE sind da. Es wird getrunken und gegessen: Raclette, Würstchen, Spaghetti, Vino, Bier und Alkoholfreies. Man sitzt eng beisammen und amüsiert sich. Ich finde es herrlich und gehe mindestens einmal während dieser Zeit „ins Kino“. Vor allem die Zeit Weiterlesen

Zwischen dem Nebelmeer und der Sonne

Kurz vorm Jahreswechsel noch einmal unterwegs gewesen
mit lieben Menschen aus Mexiko
wir haben ihnen „unser Zürich“ gezeigt.

In Richterswil schwimmen wir im Nebelmeer
das Gute daran: wir haben es gemütlich, lesen, räumen auf
gehen spazieren, tauchen ein und unter.
Wir sehen in einem Garten eine Steinskulptur:
eine junge Frau die im Pflanzenmeer schwimmt.

Heute nun endlich aus der Nebelsuppe raus!
Wo versteckt sich die Sonne?
Am See hängt nun mal oft der Grauschleier.
Wir fahren in die Höhe und finden das Licht, den blauen Himmel
und es sind ALLE da Weiterlesen

Im Dazwischen

533A84CC-8FE1-42F3-9F42-831C4E66943BMein Text, den ich vorhin im Lieblingsbistro schrieb: WEG!

Verschwunden. Die Überschrift ließ es schon ahnen: „Nicht gesicherte Entwurfsversion“ oder so ähnlich. Hatte ich einfach überschrieben.
Als ich mir den Entwurf in der Vorschau anschauen wollte, war der Text weg.
Ups, meinte WordPress.

Also zwischen Bistro und Sofa sitz ich jetzt.
Denke: Das war wohl für was gut, dass die erste Version verschwunden ist.

Fühlte mich vorhin DAZWISCHEN.

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Mein Bücherregal eine Schatzgrube und ich eine Schatzsucherin?

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in Ravensburg geknipst

Mitten beim Bücher ausmisten entdeckte ich einen Artikel in der NZZ vom 10. Dezember. Also vor drei Tagen. Geschrieben von Alain Claude Sulzer.

Die Überschrift: „Hier sinkt nur noch Staub nieder. Darunter: Das Bücherregal könnte eine Schatzgrube sein. Aber es fehlt ihr ein neugieriger Schatzsucher“.

Ich hatte sicher gerade so an die 30 Bücher in eine große Tüte gepackt. Aus meinen Regalen herausgepickt und als „gelesen abgestempelt“ und nun als wertvoll genug befunden, um in ein öffentliches Bücherregal gestellt zu werden. In Frankfurt kenne ich die Ecken, wo sie stehen und auf neue Bücher warten. Auch im Kurpark von Bad Kreuznach steht solch ein öffentlicher Schrank oder am Bahnhof Rheinfelden an Gleis 3 und 4. 

Einige ausrangierte Bücher wollte ich in das Bücherregal unseres neuen Bio-Ladens in Richterswil stellen und packte sie vom Rucksack in eine Tüte. Und da stand ich nun in unserem Hausflur und hielt die Bücher in der Hand. Fast neu, wie ungelesen aussehend fühlte ich die Bücher in meiner Hand und las die Titel und dachte, kann mich gar nicht erinnern, dass ich diese Werke gelesen habe. Vier Bücher wählte ich aus und dachte: sollte ich doch noch mal lesen oder weiter schenken!

Von Barbara Honigmann: Chronik meiner Strasse. Der erste Satz im Buch: Wenn wir sagen, dass wir in der „Rue Edel“ wohnen antwortet man uns meistens, ach ja, da haben wir am Anfang auch gewohnt.

Ich kann gut weggeben oder aussortieren. Ich habe Bücher nie zweimal gelesen. So manche Exemplare hüten die Regale seit vielen Jahren. Aber ich würde sie gerne weitergeben. Eine Trilogiesammlung „Früherer Schriften“ von Antoine de Saint Exupéry oder von Schulz von Thun über „Miteinander reden 1-3“ stehen schon ewig bei mir. Und natürlich verstauben sie auch ein wenig, weil ich dann doch nie reinschaue.  Weiterlesen

Silver Bloggerin steckt im Spannungsfeld 60*plus

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Wesentlich werden: die Mitte treffen.

Wenn nicht jetzt, wann dann als 61-jährige wesentlich werden.
Jetzt wird es doch mal Zeit!

Beim Bogenschießen immer öfter die Mitte treffen?

Wild kichern mag ich
Flüstern im kalten Licht
Dein Herz findet mich.

Was werde ich tun und nicht mehr tun?

512g6uiGG0L._SX380_BO1,204,203,200_ Weiterlesen

Neuland

Mein Neffe fragte mich:

cover-aos-web„Tanti, gehst mit mir nächstes Jahr auf ein Konzert der Toten Hosen?
Sie touren 2020 „unplugged“ unter dem Titel „Alles ohne Strom“.

Die Tanti antwortete: „Jo, aber nur mit Sitzplatz“.

Mein Neffe erklärte mir, dass der Vorverkauf der Tickets heute um 17 Uhr starten würde und man sehr schnell sein müsste. Innerhalb von Minuten seien alle Konzerte ausgebucht.

So war es auch. Für Zürich hab ich gar keine Karten mehr reservieren/kaufen können. Ich bin in Zypern und hab mein Glück versucht. Konstanz ist es nun geworden mit drei Tickets. Sitzplätze gab es keine.

Darauf ein Elfchen. Weiterlesen

Morgenseiten. Durch die Extremadura mit dem Rad.

Seit wenigen Tagen bin ich zurück am See. Ich war mit einer Gruppe Fahrradfahrend in Portugal und an der spanischen Grenze unterwegs. Die Reise begann in Porto und endete in Lissabon. Beide Städte haben wir uns (zu Fuß) näher angeschaut.

Heute begrüßt mich ein grauer Himmel und es regnet seit wenigen Minuten ordentlich. Die Natur freut sich. Zeit für Morgenseiten stellte sich ein. Mein Exzerpt und ein bisschen Nachklang zur Extremadura wird folgen. Die Extremadura ist ein Gebiet Spaniens das sich an die portugiesische Grenze anschmiegt. Ich finde allein das Wort sehr schön und besonders:

E-x-t-r-e-m-a-d-u-r-a

Ich habe es für mich während der Zeit, die wir dort radelten – zwei Tage je über 80 Kilometer – so übersetzt: Extreeeeemaaaa duuuraaaa … dura wie im französischen „dur“ mit hart übersetzt. Es war extrem anstrengend, sonnig, heiß, karg. Extremadura bedeutet allerdings „jenseits des Flusses Duero“.

Noch mit ungewaschenen Augen sitze ich an den Morgenseiten.
Träume mich in die Sonne und das Blau.

Das Wort „Extremadura“ entdeckte ich neu.
So wie die karge Landschaft.
Flaches sandiges Steppenland öffnet sich vor mir.
Kein Baum. Kein Schatten.
Schafe. Steppe. Schweine. Sonne. Weiterlesen