Gedankensplitter Fastenzeit 2

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in netter Gesellschaft

Ja, ich esse und trinke ganz normal weiter.
Manchmal anders.
So wollte ich das ja.

Hab mir einen Gemüsehobel gekauft
mit dem man ganz ganz feine dünne Scheiben
schaben kann.

Ein Hauch von Gemüse.
Man kann fast durchgucken.

Ausprobiert:
Kartoffelchips und Gemüsechips zubereiten.
Sie waren nicht wirklich knackig-knusprig.
okeee … zweiter Versuch.

Ein neues Rezept ausprobiert mit Ingwer und Knoblauch und Miso und Sojasoße und süßem japanischem Reiswein.
Ein herrlicher Duft zog durch die Küche.

Im Fastenwegweiser kam die Frage auf:

Was wolltest du schon immer mal machen?
Beispiele sind aufgeführt:
Influencerin werden, ein Buch schreiben,
im Standkorb auf Helgoland schlafen …

Ich überlege immer noch.

Ich las im Wochenend-Magazin, Weiterlesen

abc.etüden. Mittagspause

2020_0809_1_300Heute beim Lunch und beim Kaffee in der Sonne sitzend mitten in Zürich gab’s mal wieder einen Schubs zum Schreiben. Wunderbar. Darüber freute ich mich. Ich liebe es in Zürich zu sein und es inspiriert mich.

Außerdem bin ich noch ein bisschen angepiekst von der Fernsehserie „Bad Banks“. Ich find es schrecklich was da abging während der 12 Sendungen. Im vorherigen Blogartikel nach Doris Dörrie war ich noch begeistert und seriensüchtig.

Die Wörter für die Textwochen 08/09 kommen von René „BerlinAutor“. Die Etüden organisiert wie immer Christiane. Merci!

Auf Schabernack hatte er heut keine Lust. „St. Gallen hat einen Topf gemacht“, hörte er am Nebentisch zwei Männer sich über das gestrige Fussball(?)match unterhalten.  Einen Topf gemacht, grinste er vor sich hin bzw. dachte mal wieder über das Schweizerdeutsch nach, das ihm manchmal so fremd in den Ohren klang. Einen Topf gemacht? Was soll das heißen? Ein Tor geschossen? Könnte man doch gleich sagen, oder? Dachte er und schaufelte sich sein Mittagessen hinein. „Ich sollte langsamer essen“, ermahnte er sich. Er saß in seinem Lieblings-Veggie-Restaurant. Selbstbedienung ging fix und es schmeckte immer gut. Es war schon 14.50 h. Ein spätes Lunch, dachte er grimmig. Wie er es hasste, wenn er nicht früher aus dem Office kam. Sein Vorgesetzter schien nie Hunger zu haben. Aber er. Sein Magen knurrte bereits, als er mit ihm beim Gespräch saß. „Tja“, meinte Miller zu ihm, „well, die Ziele in deiner Abteilung müssen wir noch anpassen. Ich erwarte da mehr“. Weiterlesen

Edward Hopper in Basel

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kurz vor 15 Uhr Ansturm auf die Kasse

Gestern war ich in Basel. Mein Ziel die Edward Hopper Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen. Schon in Frankfurt habe ich die Plakate an der Litfasssäule vor der Oper Frankfurt entdeckt. Ich dachte: mein Ticket hab ich schon, freue mich drauf die Ausstellung zu sehen. Mich hat aber auch sehr der Film von Wim Wenders interessiert, der den Hopper-Bildern Leben einhaucht.

Es ist immer eine „kleine Weltreise“ vom Bahnhof Basel wenn man mit der Tram durch das schöne Basel fährt um nach Riehen zu kommen. Man ist dann fast schon in Deutschland.

Lange Schlange vor der Kasse so kurz vor drei. Die Führung beginnt gleich. Ich hatte Tickets auch für die Führung organisiert und bin an den Wartenden vorbei geschlendert. Die offene Garderobe hing voll mit Mänteln und Schirmen.

Ich habe eine sensationell gute Führung erlebt. Unsere Begleiterin erzählte kurzweilig und flüssig. Ich hätte ihr noch stundenlang weiter zuhören können. Großartig!

Mich beeindruckte, dass Hopper ein sehr wortkarger Mensch war, kaum über seine Werke gesprochen hat oder sie erklärte. Er hat Goethe im Original gelesen, sagt Wenders. „Was braucht es Worte wenn man sich im Malen ausdrücken kann“. So ähnlich soll sich der Künstler ausgedrückt haben. Dafür soll seine Frau alles aufgeschrieben haben und hat Notizen zu seinen Werken gemacht.

Das Faszinierende seiner Werke: das Sonnenlicht, das er malte und die Schatten, die Präzision aus der Ferne und die Ungenauigkeit in der Nähe zu sehen. Für Wim Wenders war das Licht das Besondere und die Herausforderung zugleich.

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Den Film von Wim Wenders haben wir mit 3D-Brille geschaut.

Für das sehr sehens- und hörenswerte Interview mit Wim Wenders zu seinem Film braucht Ihr etwas Zeit … Weiterlesen

Nach Doris Dörrie: Schreib über Sucht.

leben-schreiben-atmen-9783257070699Gestern hab ich ab Seite 89 in Dorris Dörries Buch „Leben Schreiben Atmen“ gelesen.

Süchte, das Thema.

Ihre Freundin nannte sich süchtig und ging zu den Anonymen Alkoholikern. DD erzählt wie ihre Freundin sie zu den Sexsüchtigen schleppt (und nicht zu ihrer Gruppe der Anonymen Alkoholiker). „Good Stories. N ahnte meinen Vampirismus. Ich bin süchtig nach guten Geschichten“. Sie legt eine gekonnte Vorstellung hin als wäre sie sexsüchtig.

Ihr Vater rauchte Reval. Da fing dann auch mein Kino im Kopf an. Denn mein Vater rauchte ein Leben lang filterlose Reval. Bis zu zwei Päckchen täglich. In seinem hohen Alter wurde Zungenkrebs diagnostiziert. Doris Dörries Vater sagte immer wieder grinsend: „Siehst du die Toten dort im Tal, das sind die Raucher von Reval“. Ha. Ich musste lachen! Mein Vater sagte immer: „Wer Roth-Händle raucht frisst kleine Kinder“. Das kommt wohl daher, weil es eine, vielleicht auch die, stärkste Zigarettenmarke war, die seinerzeit auf dem Markt war. Inzwischen, hab ich eben gelesen, darf eine Zigarette laut EU-Richtlinie nicht mehr als 1,0 mg Nikotin, 10 mg Teer oder 10 mg Kohlenmonoxid enthalten.

Doris Dörrie regt uns an: „Schreib über deine Sucht. Etwas, von dem du abhängig bist und das du nicht aufgeben kannst. Etwas, das du brauchst. Unbedingt brauchst. Etwas, wovon du einfach  nicht lassen kannst. Welche Sucht hast du“.

Da denke ich erstmal an die Fastenzeit, die Ende Februar beginnt. Der Trend geht ja dahin, nicht mehr wegzulassen (zumindest kommt es bei mir so an) sondern etwas zu machen, was man sonst nicht macht. Etwas in den Alltag DAZU geben. Etwas wegzulassen, das richtig weh tut, 6 Wochen lang … ist schon eine große Kunst, ist Entbehrung. Ich glaube, wenn man süchtig ist nach Zigaretten, Alkohol oder Schokolade, dann kann man das schlecht weglassen.

Ich möchte beispielsweise nicht auf meinen Milchkaffee verzichten, den ich morgens trinke. Milchkonsum hin oder her. Die Milch, die ich schäume, bekommt ein schönes Volumen und mein Kaffee schmeckt sooo lecker. Ich liebe diesen Milchkaffee morgens und überall wo ich ihn nicht bekommen kann, wenn ich unterwegs bin, fehlt was. Ich will und kann darauf nicht verzichten. Auch während der Fastenzeit nicht. Ich habe kürzlich Hafermilch ausprobiert zu schäumen. Sie setzt sich aber in der Milch ab und verbindet sich nicht so gut mit dem Kaffee. Also das lass ich sein. Trinkt jemand von euch den Kaffee mit Mandelmilch?

Ich habe übrigens mal 10 Jahre geraucht. In der Hotelfachschule begann das Laster da war ich 15. Die erste Zigarette schmeckte ekelhaft und mir wurde schlecht. Ich rauchte 10 Jahre lang. Marlboro gehörte dazu. Irgendwann fing ich an Sport zu treiben und in der sportlichen Clique damals war Rauchen verpönt. Gott sei Dank. Ich habe seitdem nie mehr eine Zigarette angefasst. Dann lieber doch Milchkaffee am Morgen. Ist doch eine schöne Sucht ;-). Und dabei schreiben! Morgenseiten. Oder einen Blogartikel.

(Quelle Wikipedia zu Roth-Händle).

Mein Vater hat bis zu seinem Tod geraucht. Die letzten schmeckten nicht mehr so gut. Während der allerletzten starb er dann plötzlich. (Ein Päckchen Reval liegt übrigens beim Foto meines Vaters … manchmal stecke ich ihm eine an und lege sie ihm draußen hin :-)) Im Totenhemd-Blog hab ich mal dazu geschrieben.

Hier habe ich Doris Dörries Buch vorgestellt.

Schreibend Erinnerungen auftauchen lassen nach Doris Dörrie: Congee. China.

leben-schreiben-atmen-9783257070699Nach dem letzten Schreibworkshop auf Zypern habe ich mir das Buch von Doris Dörrie gekauft, um mich von ihr inspirieren zu lassen fürs Schreiben. Immer dann, wenn eine Schreibblockade nach mir greift, will ich reingucken und loslegen können. Dorries Dörrie meint in einem Interview im Das Magazin über ihr Buch: Sich immer wieder erinnern an das, was war im eigenen Leben ist eine Praxis, die geübt werden kann. „Das heisst: sich präzise zu erinnern“, darum geht es der Autorin.

Wow, denke ich, mein ganzes bisheriges Leben liegt vor mir, um schreibend entdeckt zu werden. Jedes Detail ist interessant. Alles, was ich erlebt habe, ist wert beachtet zu werden und darüber zu schreiben.

Doris Dörrie schreibt inspirierend, stellt Fragen und schreibt über sich. Und zwar von Kapitel zu Kapitel zu verschiedenen „Aufhängern“ = Themen wie Haut, Einkaufen oder Blumen. Ich habe das Buch blind aufgeschlagen und mich überraschen zu lassen. Und es gibt ja keine Zufälle wie wir wissen: Das Kapitel, das vor mir liegt heißt China. DD erzählt uns, dass sie 40 Jahre lang in Chinatown Congee gegessen hat.

Schon mal von Congee gehört? Congee ist eine warme Reissuppe, die die Chinesen morgens zum Frühstück essen. Nicht wirklich Suppe, nicht wirklich Brei, aber eine sehr lang gekochte Reispampe trifft es am ehesten. Die Flüssigkeit ist genauso weiß wie der Reis. Und schmeckt erstmal nach nix außer man würzt mit Salz und anderen Zutaten. Und hier werden die Chinesen gern kreativ. Meine erste Erfahrung Weiterlesen

An einem Tag wie diesem mit Buchtipp: im Garten gestromert. Kartoffeln setzen?

54466525nHeute.
Blauer Himmel. Sonnenschein.

Feuchte Erde.
Gestern schüttete es.
Es trocknet langsam.
Feuchter Geruch erinnert mich an den nahenden Frühling.

Vom Sturm war einiges durcheinander geraten.
Ich räumte auf.
Sonnenschirm und Stühle sind wieder am rechten Platz.

Bin dann durch den Garten gestromert.
Unser Kiwi … ob er uns dieses Jahr Früchte bringt?
Eine Chorfreundin schenkte uns einige ihrer Kiwis vom letzten Jahr.
Sie ernteten 600 Stück! … mit dem ersten Frost werden sie gepflückt und sie reifen dann nach.

Ich erinnere mich an Meike Winnemuth
und ihr neues Buch.
Sie ist jetzt in Schleswig-Holstein sesshaft und hat übers Gärtnern ein Buch geschrieben. In Erinnerung ist mir ein Interview, in dem sie äußerte, sie könne sich selbst versorgen, sollte mal nichts mehr in den Läden zu kaufen sein. Und sie erklärte, was wir alle Weiterlesen

7 Jahre cinéglise: Das Gotteshaus wird zum Kinosaal.

Vor 8 Jahren sind wir nach Richterswil gezogen. Unser 9. Jahr beginnt am Zürichsee.

Zum 7. Mal findet in der ersten Januarwoche nach Silvester die Kinowoche in unserer reformierten Kirche statt. Die sogenannte Cinéglise-Woche. Das Gotteshaus wird zum Kinosaal. Ein bisschen ungemütlich und hart sind die Sitzbänke. Es liegen viele bunte Kissen im Altarraum, die man sich nehmen kann um einigermaßen gepolstert zu sitzen.

Der Pfarrer, der dieses Event organisiert meint scherzhaft während der Begrüßung: „Kommen Sie sonntags wieder, da haben Sie mehr Platz in unseren Kirchenbänken“.

Neben der Kirche ist ein Zelt aufgebaut. Es ist gemütlich dekoriert und geheizt und ALLE sind da. Es wird getrunken und gegessen: Raclette, Würstchen, Spaghetti, Vino, Bier und Alkoholfreies. Man sitzt eng beisammen und amüsiert sich. Ich finde es herrlich und gehe mindestens einmal während dieser Zeit „ins Kino“. Vor allem die Zeit Weiterlesen