Morgenseiten schreiben im Januar

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Das ist mein Blick, wenn ich jetzt winters früh Morgenseiten schreibe.

Die Sonne wacht hinter den Bergen auf und kommt hinter unserem Hausberg Etzel (unterhalb vom Fenstergriff zu sehen) gegen Viertel vor neun zum Vorschein. Dann strahlt sie mir direkt in die Augen und ich fange an zu blinzeln.

Schwarz und scharf zeichnet sich frühmorgens die Silhouette der Berge am Horizont. Ich finde es immer wieder schön und fotogen.

Morgenseiten schreiben also im Januar.
Es ist grad alles sehr dicht. Mein Exzerpt daraus liest sich lustvoll. Weiterlesen

Mein Bücherregal eine Schatzgrube und ich eine Schatzsucherin?

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in Ravensburg geknipst

Mitten beim Bücher ausmisten entdeckte ich einen Artikel in der NZZ vom 10. Dezember. Also vor drei Tagen. Geschrieben von Alain Claude Sulzer.

Die Überschrift: „Hier sinkt nur noch Staub nieder. Darunter: Das Bücherregal könnte eine Schatzgrube sein. Aber es fehlt ihr ein neugieriger Schatzsucher“.

Ich hatte sicher gerade so an die 30 Bücher in eine große Tüte gepackt. Aus meinen Regalen herausgepickt und als „gelesen abgestempelt“ und nun als wertvoll genug befunden, um in ein öffentliches Bücherregal gestellt zu werden. In Frankfurt kenne ich die Ecken, wo sie stehen und auf neue Bücher warten. Auch im Kurpark von Bad Kreuznach steht solch ein öffentlicher Schrank oder am Bahnhof Rheinfelden an Gleis 3 und 4. 

Einige ausrangierte Bücher wollte ich in das Bücherregal unseres neuen Bio-Ladens in Richterswil stellen und packte sie vom Rucksack in eine Tüte. Und da stand ich nun in unserem Hausflur und hielt die Bücher in der Hand. Fast neu, wie ungelesen aussehend fühlte ich die Bücher in meiner Hand und las die Titel und dachte, kann mich gar nicht erinnern, dass ich diese Werke gelesen habe. Vier Bücher wählte ich aus und dachte: sollte ich doch noch mal lesen oder weiter schenken!

Von Barbara Honigmann: Chronik meiner Strasse. Der erste Satz im Buch: Wenn wir sagen, dass wir in der „Rue Edel“ wohnen antwortet man uns meistens, ach ja, da haben wir am Anfang auch gewohnt.

Ich kann gut weggeben oder aussortieren. Ich habe Bücher nie zweimal gelesen. So manche Exemplare hüten die Regale seit vielen Jahren. Aber ich würde sie gerne weitergeben. Eine Trilogiesammlung „Früherer Schriften“ von Antoine de Saint Exupéry oder von Schulz von Thun über „Miteinander reden 1-3“ stehen schon ewig bei mir. Und natürlich verstauben sie auch ein wenig, weil ich dann doch nie reinschaue.  Weiterlesen

Silver Bloggerin steckt im Spannungsfeld 60*plus

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Wesentlich werden: die Mitte treffen.

Wenn nicht jetzt, wann dann als 61-jährige wesentlich werden.
Jetzt wird es doch mal Zeit!

Beim Bogenschießen immer öfter die Mitte treffen?

Wild kichern mag ich
Flüstern im kalten Licht
Dein Herz findet mich.

Was werde ich tun und nicht mehr tun?

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Wesentlich werden: Bogenschießen. Oder: Baby konzentrier‘ dich.

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Was kann wesentlicher sein, als sich auf eine Zielscheibe zu konzentrieren? Auf einen gelben Kreis umgeben von einem roten und einem blauen und einem schwarzen Kreis. Der weiße gilt schon fast nicht mehr ;-). Sich auf einen Punkt zu konzentrieren das ist wahnsinnig anstrengend. Ich sag es Euch.

Auf einen gelben Kreis konzentriere ich mich seit März diesen Jahres. Manchmal täglich. Manchmal mit längeren Zeitabständen dazwischen. Das Bogenschießen hat mich erwischt. Im Urlaub. Einfach so. Nichtsahnend. Ich wollte es schon immer ausprobieren. Habe ganz ganz früher auch mal das Buch gelesen: „ZEN in der Kunst des Bogenschießens„. Mich faszinierte „eins zu werden mit dem Pfeil und dem Bogen“.

Was soll ich sagen? Ich habe Freude und sehr großes Interesse, den Pfeil ins Gelb zu kriegen. Wer hätte das gedacht? Ich jedenfalls nicht. Zurück aus dem Urlaub hab ich das Bogensportzentrum in Zürich für mich entdeckt.  In einem professionellen Workshop bei dem ehemaligen zweifachen Weltmeister Kurt Nünlist haben wir eine Urkunde erhalten, dass wir mit Pfeil und Bogen verantwortlich umgehen können. Das nötige Equipment hab ich nun, der Bogen ist erstmal gemietet und ausgeliehen. Denn der „wächst“ mit den Muskeln.

Ich habe im Laufe der Zeit Muskeln aufgebaut. Gezielt trainiert. Denn ich hatte anfänglich gar keine Kraft in den Armen und in den Schultern. Das A und O ist außerdem, dass man sich dehnt und streckt vor und auch nach der Trainingsstunde. Ich habe mit einem Bogen begonnen zu schießen, der eine geringe Zugkraft (Zuggewicht) hat. Ein 14-er Bogen war das. Danach wechselte ich zu einem 16-er Bogen und nun trainiere ich mit einem 18-er Bogen. Es ist noch eine Herausforderung aber der Pfeil trifft jetzt irgendwie „glatter“ oder „schneller“ oder „stabiler“. (Mehr Infos zum Zuggewicht: Sportlerinnen haben einen Bogen mit einem Zuggewicht von 28-34 lbs)

Ich trainiere und schieße fleißig. Weiterlesen

Im Gespräch

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geknipst auf dem Heimweg … gerade eben

Im Zug angekommen packe ich meinen Laptop aus und genieße die Ruhe. Hinter meinem Rücken nehmen zwei weitere Zuggäste Platz. Ich vermute, dass sie schwerhörig sind so laut wie sie sich miteinander unterhalten. Ich denke: ich muss mich wegsetzen. Dann überlege ich: Nee, das Leben schenkt dir die Geschichten, die du schreiben willst, wie heute morgen im Workshop gelernt. Also kannste ja ein bisschen zuhören.

Die beiden Alten unterhalten sich laut, werfen sich die Sätze hin und her. Sie sprechen SEHR laut. Abwechselnd. Mal er. Mal sie. Ich schaue nach hinten und sehe ein altes faltiges Frauengesicht. Sie guckt mich an, ich sie auch und drehe mich wieder um. Schaue ich schräg über meine Schulter sehe ich ein altes Männlein, das eine französische  graue Kappe trägt. Von der Seite erkenne ich ein faltenloses Gesicht.

Er schimpft über die Züge und die Fahrtzeiten. Sie schauen einem Zug hinterher, der gerade nach Arth-Goldau abfährt. Wir stehen immer noch in Zürich. Gleich geht’s los. Weiterlesen

Schwerhörigkeit – nicht ganz Ohr?

61382D4B-340C-4798-9C01-2C570C9470D3Schwerhörig: schwer hören oder schlecht hören oder
nicht so gut hören. Nicht mehr ganz Ohr sein.

Kellner: Was möchten Sie zu Ihrem Rumpsteak trinken?
Sie: Ist das Rumpsteak ein großes Stück Fleisch? Ja, gerne mit Kartoffeln.
Der Kellner antwortet entsprechend und fragt erneut:
Was möchten Sie denn dazu trinken?
Sie: Ja, ich esse es gern medium gebraten.
Der Kellner fragt zum dritten Mal nun etwas lauter:
Was möchten Sie denn gern dazu trinken?
Und bekommt nun eine Antwort.

Unter Hörverlust (Hypakusis, auch Hypoakusis) versteht man einen teilweisen oder vollständigen Verlust des Hörvermögens. Die Ausprägung der Störung kann von leichter Schwerhörigkeit bis zur Gehörlosigkeit reichen und vielfältige Ursachen haben. Nach einer Untersuchung 2017 sind in Deutschland etwa 16 % der erwachsenen Gesamtbevölkerung (18 Jahre und älter) nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisationschwerhörig. Naturgemäß steigt der Anteil Schwerhöriger mit zunehmendem Alter. (Quelle: Wikipedia)

Ich kenne mittlerweile vier Schwerhörige und erhalte öfters als Antwort:

Häää?
Wie bitte?
Waaaas?

Drauf erzähle ich ein zweites Mal, wiederhole das Gesagte.
Mal freundlich. Mal weniger freundlich.

Doch! Ich habe Verständnis. Weiterlesen