Felix und der Knall. Teil 2

die Fensterfassadee über alle Stockwerke

Felix erschrak und hörte auf, in die Schreibmaschine einzuhämmern. Der Knall war schrill und laut. Kurz nur und verpuffte ins Nichts. Draußen hörte er eine Frauenstimme schimpfen: „Oh nein, nicht schon wieder!“ Felix rannte die Treppen runter und erkannte durch die große Fensterfassade draußen auf der Straße vor ihrem Auto stehend: Anni Albers. Für einen kurzen Moment stolperte sein Herz. Felix strich seinen Scheitel zur Seite und sein Hemd glatt. Er zog seine Hosenträger hoch und schluckte seine Nervösität hinunter. Im schnittigen Ton fragte er: „Frau Albers, was ist passiert? Kann ich Ihnen helfen?“ „Das hintere Rad, schauen Sie nur Herr Hartmann, es ist wohl ein Nagel drin. Der Reifen ist einfach zerplatzt!“ „Kein Problem, Frau Albers, ich werde das Reserverad aufziehen. Nehmen Sie eine Zigarette, bitteschön“. Er zückte sein silbernes Etui und reichte ihr die Zigaretten, gab ihr Feuer und hantierte flink am Reserverad. „Felix, Sie sind meine Rettung. Ich habe ein wichtiges Gespräch genau um zwölf mit den Meistern der Bauhausschule. Ich will ihnen nämlich die neu entworfenen Vorhangmuster meiner Webereiklasse vorstellen. Ich bin schon ganz aufgeregt“.

Anni Albers staunte mit großen Augen wie talentiert Felix mit dem Wagenheber hantierte, das kaputte Rad löste und danach das Ersatzrad aufzog. So ein netter Kerl in ihrer Frauenklasse, überlegte sie rauchend, es würde wie in einem Bienenstock summen und die Lernbereitschaft wäre vorbei. Er könnte aber sicher kleinere Defekte an den Webstühlen reparieren … sinnierte sie weiter und schenkte ihm ein vielsagendes Lächeln.

„Frau Albers“, Felix fühlte sich ermutigt, „Sie müssen wissen, ganz im Vertrauen sage ich Ihnen das jetzt“, und hielt kurz inne, atmete: „Ich fühle mich zu Männern hingezogen. Ich habe eine ganz sensible kreative Seite. Schon früher liebte ich es mit meiner Großmutter zu handarbeiten. Sie hat mir das Stricken, Sticken und Häkeln beigebracht. Ich wäre Ihr bester Schüler in Ihrer Klasse. Ich werde alles dafür tun, glauben Sie mir“. Anni Albers schaute ungläubig und antwortete: „Felix, wir werden sehen. Jetzt muss ich aber los. Danke für Ihre Hilfe. Sie haben mich gerettet“. Sie glaubte ihm kein Wort, er war in ihren Augen ein charmanter und galanter Frauentyp. Aber nicht schlecht, wie er versucht in meine Klasse zu kommen, dachte sie noch bevor sie das Bauhaus mit ihren neuen Entwürfen betrat.

und so begann die Geschichte. Teil 1.

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