Gedankensplitter zur Fasten-(Corona)zeit 4

IMG_3760Bliebet gsund – steht hier.
Eine Wandmalerei in Richterswil.
Heute entdeckt, während dem ich mit „meinem“ Freitagshund Winston unterwegs war.

Die Neuigkeiten überschlagen sich von Tag zu Tag von Stunde zu Stunde.
Um nicht wahnsinnig zu werden schaue ich nur noch die Nachrichten.
Ab 20 Uhr.
Zuerst die Schweizer Neuigkeiten. Dann die deutschen.
Die Kanzlerin hat mir gut gefallen während ihrer Ansprache an uns.
Der Schweizer Bundesrat auch.

Die Vorstellung, dass eine Ausgangssperre drohen könnte, macht mich ohnmächtig.
Ich versuche jetzt jeden Tag das Beste zu machen:
In meiner kleinen Welt.
Der Garten. Die Fenster.
Ich koche. Ich backe.
Ich schreibe. Ich telefoniere.

Ich fühlte mich noch nie so lebendig und gleichzeitig gestresst wie zur Zeit.
Manno! Ist das nur bei mir so, frage ich mich.

Ich will meinem Tag Struktur geben und falle doch aus dem Rahmen.

Täglich drehe ich meine Runde.
Oder fahre mit dem eBike zum Einkaufen.
Gott sei Dank. Die Regale sind wieder gefüllt.
Ruhig war es gestern bei uns im Lebensmittelladen.

Mein Lieblings Bio-Bauernhof macht auf zum Hofverkauf.
Der Bio-Gemüsehändler ist auch da. Noch ein Gott sei Dank.
Mein Ritual „Samstagsmarkt“ entfällt erstmal.
Ich kaufe für die Nachbarn mit ein.
Es roch herrlich nach Landluft oben am Schluchtalhof.
Ich liebe es.

Ich las heute morgen im Fastenführer vom Andere Zeitenverlag ein Gedicht von Hesse.

Geduld ist für den Geist das Schwerste.
Es ist das Schwerste und das Einzige,
was zu lernen sich lohnt.
Alle Natur, alles Wachstum,
aller Friede, alles Gedeihen und
Schöne in der Welt beruht auf Geduld,
braucht Zeit, braucht Stille,
braucht Vertrauen.

Ich vertraue drauf, dass es gut wird.
Dass wir irgendwann stolz auf diese Zeit schauen.
Dass Neues entsteht.
Vielleicht werden wir ein Stück wesentlicher.
Wer weiß?
Mit meiner Schwester freute ich mich schon vor: auf das Ende und auf eine lange Nacht mit Straßenparty mit allen Nachbarn.

Aber toll find ich das alles nicht.
Das erlaube ich mir: meine Ohnmacht, meinen Stress, mein Unwohlsein.

Ich habe die Krankheit und deren Folgen gut verstanden.
Und ich anerkenne alle Maßnahmen.
Was ein Preis!

Ich höre täglich den NDR-Podcast mit Dr. Drosten.

5 Gedanken zu „Gedankensplitter zur Fasten-(Corona)zeit 4

  1. Ich höre den Podcast auch und empfehle ihn ebenfalls ständig weiter.
    Danke für deinen Text. Danke, dass du sagst, wie es dir geht, und nicht alles weglächelst. Es ist einfach, zumindest wenn der Kontakt nur virtuell ist.
    Liebe Grüße in die Schweiz
    Christiane 🌔🌟👍

    Gefällt 1 Person

    • Morgen, liebe Christiane, Nachteule, danke :-).
      Zuviel FakeNews und blöde Kettenbriefe machen die Runde, deshalb informiere ich immer wieder über den NDR Podcast. Manno, was da alles ins Netz gestellt wird.

      Bleib gesund. Schönes Wochenende mit dem Kater. Herzlich Petra

      Gefällt 1 Person

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