Was ist normal? Die Schweiz, meine Freunde und ich. Ein Poetry Slam (zweiter Versuch)

IMG_0596[6356]Ein Poetry Slam von Mona Harry heißt „Wundern“, in dem so einiges „alles normal“ ist. Dieser Text hat uns inspiriert. Es ist mein zweiter Text dieser Art, ein Versuch in die Spur des Poetry Slam zu kommen … wir lesen uns laut vor und das macht so richtig Spaß. In einem Poetry Slam drückt man aus, was einem gefällt oder gar nicht gefällt, worauf man keinen Bock mehr hat, was man schon immer mal sagen wollte oder oder auch sehr liebt oder vermisst. Wir hatten 30 Minuten Zeit.

Die Schweiz, meine Freunde und ich.

Was ist normal?
Der Heimat den Rücken kehren
und für die Karriere des Liebsten alles aufgeben.
Was haben wir uns den Kopf zermartert. Für und Wider.
„Was wäre, wenn wir wegen MIR blieben in der Stadt?“ fragte ich.
Frankfurt, die Stadt die ich liebe.
Nein, wir schleichen uns davon wie Diebe
und packen unsere sieben Sachen.
Na klar.
Zwei Umzugswagen sind voll gepackt
für*s schöne Dorf nach Switzerländ.
Hatte ich das schon erwähnt
wie normal es ist von Stadt zu Stadt zu ziehen?
Es ist die Challenge und das Neue!
Meinen Freunden halte ich die Treue.
Das ist normal, normal, normal!

Wir packen aus und richten uns ein
und ich lade die Nachbarn ein und gewinne neue Bekannte.
Es ist spannend das Unbekannte.
Diese neutrale schöne Schweiz
mit ihrem Käse und dem Matterhorn,
der süßen Schokolade
und dem Weizenkorn für die wunderschönen hellbraunen Kühe.
Was gebe ich mir Mühe
und koche und lade ein zum Apéro.
UND bleibe dennoch allein. Ne Deutsche bin ich eben.
Das ist normal.
Meinen Freunden halte ich die Treue.
Das ist normal, normal, normal!

Vermisse den Geschmack von grüner Soße
an heißen Sommertagen mit kurzer Hose
mit dem Fahrrad durch die Stadt.

Na klar ist es schön in der Schweiz:
Der See und die Auen.
Die pünktliche Bahn und alles so sauber.
Das herrliche Grün allüberall.
Und am Horizont blitzen die Berge.

Ich bin anders,
ich bin schnell.
Ich spreche Hochdeutsch und bin ne Dütsche.
Grüezi und Gruessech – ich verstehe Euch bestens.
Wie war das letztens?
Ich hab mein Fahrrad falsch parkiert?
Schnell macht man Fehler und ist pikiert.
Ich fühle mich fremd.
Gebe keine Versprechen.
Ich verstehe die Sprache ohne sie zu sprechen.
Harras ist der Wasserkasten, Chinsgi der Kindergarten und Anke die Butter.
Ich muss jetzt oft zur Mutter wegen ihrem Schlaganfall.

Na klar hab ich mich arrangiert. Auf jeden Fall.
Das ist normal.
Ein paar wenige Freunde, die sind herzig.
Abends spielen wir einen Jass
und haben Spaß.
Man kommt sich nah und verabschiedet sich wieder denn …

… meinen Freunden daheim halte ich die Treue.
Das ist normal, normal, normal!

Das Leben ist kurz. Ich gebe das Beste.
Freunde sterben hier und dort.
Wer ist der oder die letzte?
Wenn nicht jetzt wann dann das Leben leben?
Und die Dinge tun die einem das Herz erheben.
Egal ob in Switzerländ oder Frankfurt.
Das ist normal, normal, normal.

****

Es gibt übrigens eine Website, die einem hilft zu reimen … 2rhyme.ch … viel Spaß. Ich grüße Euch aus Zypern vom Schreib-Workshop mit HannaH Rau.

10 Gedanken zu „Was ist normal? Die Schweiz, meine Freunde und ich. Ein Poetry Slam (zweiter Versuch)

    • hallo Werner, hast du da ein Beispiel, das dir gefällt? Hab ich gehört, dass sich die Slams aus dem Rap entwickelt haben … und hab auch einen Namen dazu fallen hören, ich gucke in meine Notizen und schaue dann auch mal dahin … komme hier wieder. Schönen Tag. HG: Petra

      Gefällt mir

      • Danke, lieber Werner.
        Ja, mir gefällt die junge Frau sehr wie sie ihre kleine Vorstellung gibt und auch die Idee mit dem Koffer, den sie auspackt … und die wenigen Sachen die sie drin lässt. Ihre Kritik an der Welt und den Menschen und der Politik will ich „so“ nicht hören … ich mag diese Form des Textes als „Frischling“ lieber verspielt.

        Hab mich angemeldet zu einem ersten Poetry Slam Abend in Zürich. Das wird die deutschsprachige Meisterschaft eröffnet. Ich bin gespannt.
        Schönen Abend. PEtra

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