Buchtipp: Ein wenig Leben

51Owve7c-WL._AC_US218_Schau Dir das Buchcover an! So ein schönes Gesicht. Schmerzverzerrt. Mein Mann fragt mich entsetzt: Was liest Du denn da?

Christianes Buchrezension habe ich vor einiger Zeit gelesen und die vielen Kommentare studiert. Da wollte ich es wissen. Ich habe es aus der Gemeindebibliothek ausgeliehen. Ich lese es seit 5 Wochen. Weit bin ich noch nicht gekommen. Auf Seite 157 bin ich jetzt gelandet und überlege ernsthaft, ob ich weiterlese.

Es ist sehr spannend geschrieben! Es geht um das Leben von 4 jungen Männern, die in New York leben und um deren Freundschaft. Vor allem geht es um Jude, dem in seiner Kindheit Schreckliches passiert ist. Noch weiß ich nicht genau, was passiert ist. Anhand der Rezensionen weiß ich, dass es sehr schrecklich gewesen sein muss: er wurde als Junge zur Prostitution gezungen, ist bei katholischen „Brüdern“ aufgewachsen.

Ich weiß auch noch nicht, warum er SOLCHE Schmerzen hat, die ihn plötzlich überfallen und dann lahm legen. Seine Beine und die Wirbelsäule scheinen dann förmlich auseinanderzubrechen. Es ist ihm schier Entsetzliches passiert.

Will ich mir das antun? Diese Lektüre?

Die Autorin ist echt ein Phänomen, denn es scheint fast allen Lesern so zu gehen: einerseits will man es sofort weglegen das Buch und nie mehr anfassen und dann ist da die Neugier: ich will es wissen, was passiert ist, ich will wissen wie es weitergeht … und weiß gleichzeitig, es wird mich tagelang beschäftigen – so wie alle Leser*innen.

Oh my god!

Hier die sehr lesenswerte Rezension auf zeit.de.

Ich werde berichten, ob ich es zurückbringe oder weiterlese … Christiane will es zum zweiten Mal lesen. Da bin ich auch gespannt.

Bei amazon eben die Kommentare gelesen, wie berührend und wie gut das Buch sei ….

6 Gedanken zu „Buchtipp: Ein wenig Leben

  1. Ich bin gespannt, wie du dich entscheidest. Bei mir ist momentan die Lesezeit knapp, ich brauche ein bisschen Ruhe für dieses Buch, ich weiß es ja. Aber ich will es unbedingt weiterlesen, wie ich dir auf meinem Blog eben schrieb.
    Ich kann verstehen, dass es dich plagt. Es ist kein heiteres Ruhekissen, und es geht sehr viel darum, was Menschen Menschen antun und welche Folgen das hat … vor allem Folgen.
    Liebe Grüße
    Christiane, die Lektüre verteidigend

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    • Wir sind ja auch in Deinem Blog im Gespräch zu diesem Buch und wir müssen uns unbedingt austauschen = sprechen, wenn ich es fertig gelesen habe. Es lässt mir keine Ruhe.
      Du hast recht: es ist kein heiteres Ruhekissen und wenn ich es dann doch vorm Einschlafen lese (weil es so spannend ist), dann habe ich den Traumsalat ;-).

      Ich werde es morgen der Bibliothek zurückgeben und habe es mir als Hörbuch geladen … super Rezension zum Sprecher (der sich zwischendurch hinlegen und ausruhen musste!! Den will ich hören dann zum Schluss.

      Gefällt 1 Person

  2. Ich habe es nun fertig gelesen. Etwas über 950 Seiten … einige Tage habe ich ganze Strecken am Stück gelesen, dann wieder nur seitenweise abends im Bett bis mir die Augen zufielen. Ich hatte mir fest vorgenommen es nur tagsüber zu lesen, weil sehr erschreckende Szenen zu verarbeiten sind. Das mit dem Einschlafen, erstens spät nach Mitternacht, weil es spannend war und ich andererseits aufgewühlt, klappte deshalb nicht ganz so gut wie sonst. Zarte Seelen sollten es also eher tagsüber auf dem Liegestuhl oder Sofa lesen.

    Jetzt nach dem Ende des Buches hab ich Christiane im Blog folgendes geschrieben:

    Guten Morgen,
    dieser Brief an Willem zum Schluss … ich trauere … und ich verstehe Jude nach allem was wir über ihn gelesen haben und sein Stiefvater hat es richtig eingeschätzt mit seinen Gedanken, die er sich gemacht hat: was wenn alles Schöne nicht als das Schöne erlebt werden kann?

    Ein sehr sehr schönes und lesenswertes Buch. Die Autorin und der Übersetzer: einfache und dennoch grandiose Sprache! Was für Sätze!

    Es hat mich begleitet dieses Buch in meinem Alltag … Episoden tauchten mitten drin auf, Gedanken, Gefühle … ich fühle mich sehr bereichert durch das Gelesene.

    Nur: Dr. Tailor die Schlusssequenz, Judes Erzählung … ich konnte nicht lesen, hab es nur überflogen und das war schon zu viel!

    OMG in vielerlei Hinsicht.

    Ich war skeptisch/ängstlich, dass ich nicht verkrafte was Jude angetan wurde. Und die Autorin hat es geschafft, nur ganz wenige schreckliche Details zu formulieren … es hätte noch schlimmer sein können, deshalb waren diese Missbrauchsgeschichten, die sich ja eigentlich durchs ganze Buch durchzogen, aushaltbar für meine zarte Seele … die wenigen Details haben mich dann schon verfolgt … aber das Schöne an dem Buch ist ja die Liebe, ist der Erfolg, ist die Schönheit der beiden Liebenden, die Liebe der Stiefeltern, die Freundschaft der Männer … das ist ja eigentlich die Hauptader des Buches. Diese Freundschaften!! Diese Freunde! Unglaublich schön.

    Ich habe gestern Abend nochmals die Interviews aus der FAZ und im „Das Magazin“ mit der Autorin gelesen, um sie nun in einem anderen Blick zu lesen und zu verstehen. Sie hat beispielsweise ganz andere Erfahrungen gemacht mit Männern. Sie hat männliche Freunde. Diese Liebe die zwischen diesen Männern hier im Buch beschrieben wird, ich bin echt so berührt und begeistert. Ich kenne es so nicht. Und sie hat es: männliche Freundschaft! Sie widmet ihr Buch ihrem liebsten wichtigsten Freund.

    Andy, der Arzt! Das ist schön, was er tut, wie er sich verhält, auch konsequent und streng! Da ist viel Schönes und Erfolgreiches, was man sich (insgeheim) wünscht und ersehnt? Das ist glaub ich, was die Autorin in uns anrührt? In mir jedenfalls. JB der mit seiner Kunst den Nerv trifft. Die Beschreibungen seiner Exponate! „Willem wie er Jude anguckt“! Da krieg ich Gänsehaut vor lauter Gerührtsein … und wünsche mir insgeheim: So will ich auch gesehen werden.

    Ich glaube dieses Buch zeigt uns, dass es möglich ist: „Ich sehe Dich wie Du bist, ich liebe Dich so wie du bist“. Und da ging es nicht nur um Jude, aber vor allem. Und wir verstehen die Tragik, dass eben Fürchterliches nicht therapiert werden kann … außerdem war er ein Leben lang mit seinem Liebsten zusammen – schon als Student! (hab noch mal von vorne begonnen die ersten Seiten zu lesen) … wer will da nicht nicht mehr leben?? Und dann Andy, dem er sich voll anvertraut hatte … der jetzt aufhören würde …

    Achja …. 🙂

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    • Das ist ja eines der vielen Dinge, die ich an diesem Buch so gelungen finde: Die Art der Erzählung der Missbrauchsgeschichten, die viel mehr andeuten, als sie eigentlich offenbaren, wodurch es tatsächlich irgendwie aushaltbar wird, das zu lesen UND man nicht dabei abstumpft … UND offen bleibt für das Feine, Schöne des Buches wie auch für das Hässliche, das dadurch nur umso mehr wehtut.
      Das wird oft versucht in Büchern und misslingt, allzu oft kommt es dann so, dass Brutalität auf Brutalität gehäuft wird und man sich als Leser/in innerlich nur noch versteckt …
      Ich schreibe dir bestimmt noch mehr dazu, vielleicht auch drüben bei mir.
      Liebe Grüße
      Christiane

      Gefällt 1 Person

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