Ingrid und ich -zwei Kriegsenkel lernen sich persönlich kennen

img_5364Ingrid Meyer-Legrand, die Autorin des Buches „Die Kraft der Kriegsenkel“, das ich hier im Blog bereits ausführlich vorgestellt habe, und ich haben uns letztes Wochenende persönlich kennengelernt. Es fand die Tagung der Kriegsenkel im Taunus statt.

Vor 10 Jahren in Hong Kong haben wir einen gemeinsamen Online-Workshop bei Monika Birkner mitgemacht. Dieser Workshop war super. Viele Teilnehmer*innen aus diesem etwa 8-wöchigen Kurs hatten eine intensive Zeit miteinander und sind nach wie vor im Kontakt.

Ingrid und ich – es fühlte sich so an wie es ist: wir kennen uns schon ewig. Wir sind Freundinnen geworden. Das ist sehr schön. Ingrid machte mir ein Kompliment: ich sei so wohlwollend :-). Da hüpfte mein Herz.

Ein typisches Kriegsenkelthema ist ja die Freundschaft und Bindung zu anderen Menschen. Wie gestalte ich diese? Wie nah lasse ich Menschen an mich heran? Wie beständig sind Freundschaften? Habe ich Vertrauen?

Deshalb definiere ich hier gern „Kriegsenkel“: sie sind die Kinder der Kriegskinder, deren Eltern in irgendeiner Form den Krieg oder die Vertreibung erlebten. Während der Kriegsenkeltagung wurden Worte gefunden, für das, was wir als Kriegsenkel erlebt haben: traumatisierte Eltern, Ohnmacht und Wut, subtiles Verhalten und Erlebnisse, für die wir heute erst Worte finden, weil wir es jetzt verstehen können. Als Kinder hatten wir dazu die Möglichkeit nicht.

Ich habe erlebt, dass sich einige Kriegsenkel*innen während der Tagung „endlich“ angekommen fühlten, weil sie ihresgleichen gefunden haben.

Ich werde jetzt sukzessive über die Kriegsenkeltagung schreiben … über die Bücher, die Referent*innen. Viel Stoff jedenfalls!

Wer also Ingrids Buch noch nicht gelesen hat. Ich empfehle es immer wieder gerne. Hier entlang zu meiner Buchbesprechung.

6 Gedanken zu „Ingrid und ich -zwei Kriegsenkel lernen sich persönlich kennen

  1. Liest sich prima, freut mich, dass du so eine tolle Zeit hattest! Ich komme gerade mit deiner Definition (rein sprachlich) durcheinander: Meine Mutter ist in den 1920ern geboren, Krieg/Vertreibung etc. hat ihr die ganze Jugend versaut, ich bin demnach auch ein Kriegsenkel, richtig?
    Liebe Grüße
    Christiane

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    • Guten Morgen, liebe Christiane, danke fürs Fragen. Die Jahrgänge hab ich vergessen. Also die zwischen 1950/60 bis 1975 (wenn ich es mir jetzt richtig behalten habe/ Sabine Bode macht da noch mal einen Unterschied in ihren Büchern, sie spricht von den Kriegskinder, den Nachkriegskindern und den Kriegsenkeln) etwa geboren sind, sagt die Definition.

      Willkommen! Ja, du bist auch eine Kriegsenkelin. Nächstes Jahr findet die Jahrestagung in Lokkum statt. kriegsenkel.de
      Man sieht sich … evtl. vorher in Hamburg.
      Tschüss Petra

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  2. Von dem Thema „Kriegssenkel“ habe ich zum ersten Mal am Tag des Ehrenamts gehört, und diese Selbsthilfegruppe stand zufällig neben unserem Tisch. Die fassen das den Rahmen des Kriegsenkels sehr weit. Mir war aber nicht bewusst, wie weit das Thema eine Familie beschäftigen kann.

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    • Hallo, ich freue mich über Deinen Kommentar. Danke. Ja, so geschieht es häufiger, wie vor allem auch mir: ein Zu-Fall bringt zum weitreichenden Thema … im Prinzip sind wir alle irgendwie Kriegsenkel. Schön, wie Dir das Thema begegnet ist :-).

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