abc.etüden: Notizen und ein Telefonat während einer Zugfahrt

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Für Christianes abc.etüden, Woche 45/46.2018:
3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Bettina und lauten: Knirps, grotesk, notieren.

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Sie saß im Zug. Sie war auf dem Weg zu ihren Freunden. Sie holte ihr Notizbuch aus der Tasche. Sie hatte es immer bei sich, denn sie liebte es im Zug zu schreiben. Hinter ihr hörte sie eine männliche Stimme:

„Ja, das können wir ganz in Ruhe mit unserem Berater klären. Ja klar, kann ich die finanzielle Situation neu berechnen. Der Berater erhält eine Zahl von mir. Nein, wir treffen uns dort. Genau um 11 Uhr. Das Gespräch wird eine Stunde dauern.“

Sie notierte in ihr Büchlein: Ich freue mich auf Hannes und Lisa. Wie es den beiden wohl geht? Wie lange haben wir uns jetzt nicht gesehen?

„Ich schlage vor, dass wir das alles in ruhigem Ton und in neutraler Atmosphäre klären. Du hast schlecht über mich geredet. Du kennst meine Position, die werde ich nicht ändern. Ich stehe dazu“, führte er weiter in sehr gefasstem Ton aus.

Die Worte drangen an ihr Ohr und sie schrieb weiter: Zwei Kinder haben die beiden jetzt, zwei und fünf Jahre. Ob sie mich mögen werden?

„Wir werden mit dem Berater gemeinsam darüber sprechen und klären, wann ich unsere Kinder sehen kann“ meinte der Mann mit der sehr angenehmen Stimme hinter ihr.

Nun hielt sie inne, legte ihren Stift zur Seite. Sie freute sich seit Tagen auf die beiden Knirpse ihrer Freunde und der Typ hinter ihr diskutiert mit seiner zukünftigen Ex. Sie spürte ihren Ärger ansteigen. Das war ja wohl grotesk, hier mitten im Zug solch eine Unterhaltung zu führen, die alle mit anhören konnten. Sie schnappte ihren grellgelben Knirps, drehte sich um und fuchtelte dem gut aussehenden jungen Mann damit vor der Nase herum. „Zusammen bleiben ist besser! Das rate ich Ihnen!“.

Sprach’s und stieg aus. Sie war an ihrem Zielbahnhof angekommen und sah ihre Freunde schon weitem.

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Mein erster Besuch einer Poetry Slam Veranstaltung #poetryslam

Hier und Heute will ich schreiben
was ich erlebte auf der Bühne
und nicht übertreiben.
Die 20. deutschsprachige Meisterschaft
im Poetry Slam findet derzeit in Zürich statt.

Im Pfauen war ich, der Schauspielhausbühne
ach, was waren sie so kühn
und charmant
so ulkig und so pikant
so jung und so natürlich
manchmal auch figürlich.

Aber nochmal von vorne.
Im Foyer galt es
ein Gedicht zu texten
mit 12 Worten in drei Zeilen.
Ich tüftelte und schob die Worte
bis ein Liebesgedicht entstand
für den geliebten Mann, der da hinten stand.
Er war dabei und wir waren zwei.

Der Saal war voll
die Stimmung gut
das Schaulaufen der Poesie
wird moderiert von Simon Chen
Poetry Slammer und Kabarettist.

Und gleich ging’s los mit ihm
und wir waren mittendrin im Slam Weiterlesen

Gestern mitten drin im Poetry Slam

 

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Mein Gedicht gestern aus 12 Wörtern

In Zypern sind wir auf den Geschmack gekommen: wir haben die Welt der Poetry Slams für uns entdeckt. Bianca, meine Freundin, und ich haben erstmal im Netz geschaut: Was ist los in unserer Stadt? Und sind gleich fündig geworden. Bianca geht in Frankfurt zu einer Veranstaltung ins English Theatre.

Und ich fand die 22. deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften #slam2018. Gestern war ich also mitten drin im Pfauen, dem Schauspielhaus in Zürich, bei der Eröffnungsgala der Meistenschaften, die ihren Höhepunkt mit dem Finale im Hallenstadion am Samstag erreicht. Hui. Ich sag Euch. Weiterlesen

Vor dem Winter

die Liegestühle

Bye bye bis zum nächsten Jahr 🙂

… letzten Samstag in Zypern geschrieben … die letzte Schreibaufgabe mit dem Titel: Vor dem Winter … mit der Frage: Wie war es? Was nimmst Du mit und packst du ein?

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Vor dem Winter
den Sommer verlängert.
Nun kann ganz behende
der Winter eingeläutet werden.
Dazwischen aber noch acht Wochen Herbst.
Wie ein Eichhörnchen flink sammle ich selbst
alles gut in meinen Rucksack ein:

0eb6d102-956c-4ca4-8897-05e775beab73.jpegHeiße Tage im See
Und noch mehr heiße Tage am Stück
die kein Ende nehmen wollten.
Rote Himbeeren, bunte Eiskugeln und
süße Weintrauben genascht
die von den heimischen Weinreben.

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Poetry Slam 3. Versuch: Der Friedenskongress ist abgereist

IMG_0644[6362]Es sind interessante Menschen hier im Hotel gewesen aus aller Herren Länder, aus Oman, China, US …. und sie kamen mit ihren Turbans, Kutten, Kaftans und anderen Gewändern. Und Sie hatten zwei Missionen: den Frieden und den Climate Change – was wir eben so am Rande mitbekamen.

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Ich sitze beim Lunch
auf der Terrasse
im Aphrodite Beach Hotel
und sehe Jesus.
Ich rühre in meiner Tasse
und ein Scheich gesellt sich dazu
im weißen Gewand und Turban.
Und es wird immer toller und voller,
eine chinesische Nonne
im grauen Outfit
etwas rundlich aber schön
mit kahlem Schädel
schreitet durch die Halle.
Nein, ich lalle nicht,
aber wo bin ich Jetzt? Weiterlesen