Neuland

Mein Neffe fragte mich:

cover-aos-web„Tanti, gehst mit mir nächstes Jahr auf ein Konzert der Toten Hosen?
Sie touren 2020 „unplugged“ unter dem Titel „Alles ohne Strom“.

Die Tanti antwortete: „Jo, aber nur mit Sitzplatz“.

Mein Neffe erklärte mir, dass der Vorverkauf der Tickets heute um 17 Uhr starten würde und man sehr schnell sein müsste. Innerhalb von Minuten seien alle Konzerte ausgebucht.

So war es auch. Für Zürich hab ich gar keine Karten mehr reservieren/kaufen können. Ich bin in Zypern und hab mein Glück versucht. Konstanz ist es nun geworden mit drei Tickets. Sitzplätze gab es keine.

Darauf ein Elfchen. Weiterlesen

Morgenseiten. Durch die Extremadura mit dem Rad.

Seit wenigen Tagen bin ich zurück am See. Ich war mit einer Gruppe Fahrradfahrend in Portugal und an der spanischen Grenze unterwegs. Die Reise begann in Porto und endete in Lissabon. Beide Städte haben wir uns (zu Fuß) näher angeschaut.

Heute begrüßt mich ein grauer Himmel und es regnet seit wenigen Minuten ordentlich. Die Natur freut sich. Zeit für Morgenseiten stellte sich ein. Mein Exzerpt und ein bisschen Nachklang zur Extremadura wird folgen. Die Extremadura ist ein Gebiet Spaniens das sich an die portugiesische Grenze anschmiegt. Ich finde allein das Wort sehr schön und besonders:

E-x-t-r-e-m-a-d-u-r-a

Ich habe es für mich während der Zeit, die wir dort radelten – zwei Tage je über 80 Kilometer – so übersetzt: Extreeeeemaaaa duuuraaaa … dura wie im französischen „dur“ mit hart übersetzt. Es war extrem anstrengend, sonnig, heiß, karg. Extremadura bedeutet allerdings „jenseits des Flusses Duero“.

Noch mit ungewaschenen Augen sitze ich an den Morgenseiten.
Träume mich in die Sonne und das Blau.

Das Wort „Extremadura“ entdeckte ich neu.
So wie die karge Landschaft.
Flaches sandiges Steppenland öffnet sich vor mir.
Kein Baum. Kein Schatten.
Schafe. Steppe. Schweine. Sonne. Weiterlesen

Wesentlich werden: Bogenschießen. Oder: Baby konzentrier‘ dich.

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Was kann wesentlicher sein, als sich auf eine Zielscheibe zu konzentrieren? Auf einen gelben Kreis umgeben von einem roten und einem blauen und einem schwarzen Kreis. Der weiße gilt schon fast nicht mehr ;-). Sich auf einen Punkt zu konzentrieren das ist wahnsinnig anstrengend. Ich sag es Euch.

Auf einen gelben Kreis konzentriere ich mich seit März diesen Jahres. Manchmal täglich. Manchmal mit längeren Zeitabständen dazwischen. Das Bogenschießen hat mich erwischt. Im Urlaub. Einfach so. Nichtsahnend. Ich wollte es schon immer ausprobieren. Habe ganz ganz früher auch mal das Buch gelesen: „ZEN in der Kunst des Bogenschießens„. Mich faszinierte „eins zu werden mit dem Pfeil und dem Bogen“.

Was soll ich sagen? Ich habe Freude und sehr großes Interesse, den Pfeil ins Gelb zu kriegen. Wer hätte das gedacht? Ich jedenfalls nicht. Zurück aus dem Urlaub hab ich das Bogensportzentrum in Zürich für mich entdeckt.  In einem professionellen Workshop bei dem ehemaligen zweifachen Weltmeister Kurt Nünlist haben wir eine Urkunde erhalten, dass wir mit Pfeil und Bogen verantwortlich umgehen können. Das nötige Equipment hab ich nun, der Bogen ist erstmal gemietet und ausgeliehen. Denn der „wächst“ mit den Muskeln.

Ich habe im Laufe der Zeit Muskeln aufgebaut. Gezielt trainiert. Denn ich hatte anfänglich gar keine Kraft in den Armen und in den Schultern. Das A und O ist außerdem, dass man sich dehnt und streckt vor und auch nach der Trainingsstunde. Ich habe mit einem Bogen begonnen zu schießen, der eine geringe Zugkraft (Zuggewicht) hat. Ein 14-er Bogen war das. Danach wechselte ich zu einem 16-er Bogen und nun trainiere ich mit einem 18-er Bogen. Es ist noch eine Herausforderung aber der Pfeil trifft jetzt irgendwie „glatter“ oder „schneller“ oder „stabiler“. (Mehr Infos zum Zuggewicht: Sportlerinnen haben einen Bogen mit einem Zuggewicht von 28-34 lbs)

Ich trainiere und schieße fleißig. Weiterlesen

abc.etüden – Sie würde es tun

2019_3637_1_300Christiane läutet die nächste Etüdenrunde ein, was mich sehr freut. 

Die Wortspende stammt diesmal vom Etüdenerfinder Ludwig und lautet

Verzweiflungstat
ambivalent 
hingeben

„Tausendmal hatte sie es ihm schon gesagt, dass sie es tun würde. Gezetert hat sie. Geschrien. Drohend geflüstert und gezischt. Wie eine Schlange. Ihm ausgemalt wie es sein würde für ihn, wenn sie es täte. Vor allem zauberte sie ihm das frohlockende Bild vor Augen wie es ihr in Zukunft erginge.“

So startete die Autorin ihre Kurzgeschichte und wand sich aus ihrer Schreibblockade. Wie schaffe ich mir Lust und Motivation eine Kurzgeschichte zu schreiben? Wie kann ich meine Liebe zum Schreiben ausdrücken? Was ist mein unverkennbarer Stil, fragte sie sich und schaute verträumt in die Ferne. Sie saß auf ihrem alten Holzdrehstuhl, den sie von ihrer Oma geerbt hatte. Ein dickes Kissen im Rücken. Die ersten Zugvögel waren zu sehen. Wie in einer Perlenkette aufgereiht schlingerten sie wellenförmig am Himmel. Schlangenlinien in die Wolken zeichnend.

Sie erinnerte sich an einen Dokumentarfilm, den sie erst kürzlich per Zufall sah. Weiterlesen

Vom Sommer ins kühle Grau

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Noch ein letzter Schnappschuss
geknipst in Frankfurt
bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein.

Vom Hotel zur U-Bahn
dann aber eine Station vorm Bahnhof ausgestiegen
mit dem Koffer durch die Kaiserstraße gerollt.

Pärchen aus China beim Knipsen und Staunen beobachtet.
Nochmal türkisches, indisches und chinesisches Essen geschnuppert
der Bio-Bäcker ist immer noch an der Ecke
ich fand ihn das letzte Mal nicht.

Ein Buntes fröhliches Treiben begleitet mich bis zum Zug.
Marktstände locken die Menschen zum Mittagessen.
Worscht, Weck und Woi oder auch Grüne Soße – typisch Frankforterisch.

In Basel sehe ich schon stirnrunzelnd graue Wolken am Himmel.
17 Grad in Richterswil seit 2 Tagen
mit wolkenverhangenem Hausberg. Weiterlesen

Rosenstock erzählt

fullsizeoutput_586Ein Rosenstock steht verlassen auf dem Terrassentisch im Hotelgarten. Ein bisschen kauzig sieht er aus. Ich höre ihn erzählen. Ganz leis.

„Eigentlich könnte mir auch mal jemand die verwelkten Blättchen abzupfen.
Ganz schön laut hier an der kleinen Anwohnerstraße.
Ist wohl eine Verbindungsstraße zur nahen Allee.

Gestern kam die Müllabfuhr vorbei.
Der Abschleppdienst auch. Genau vor meiner Nase. Hievte ein schickes Business-Auto auf den Karren. Abgeschleppt. Tja. Stand wohl im Parkverbot.
Hat ganz schön gelärmt.

Kinder rollen vorbei. Erwachsene auf e-Rollern.
Fahrradfahrer. Motorradfahrer. Mopeds knattern.
Fußgänger parlieren am Fon. Weiterlesen