Flanieren

lauren-elkin-flaneuse-102-resimage_v-variantSmall1xN_w-576In der Sonntags FAZ wird die Autorin Lauren Elkin vorgestellt. Sie hat das Buch „Flâneuse, Frauen erobern die Stadt – in Paris, New York, Tokio, London und Venedig“ geschrieben. Ich werde es mir mal anschauen.

Das was sie zum Flanieren schreibt, lässt mich ganz glücklich werden. Habe ich es gerade gestern wieder getan: In Zürich neue Wege entdeckt, einfach mit Muße flaniert – entlang der Sihl ein Stück des Wegs bis zum Botanischen Garten.

„Ich nehme mir ein Ziel vor – und dann laufe ich los, irgendwie dorthin, mit Umwegen und Abstechern, mit all der Zeit, die ich brauche“, sagt die Autorin und ich fühlte mich verstanden.

Ich lese, „dass Flanieren keine absurde Beschäftigung ist und dass es dafür Zeit braucht.“ Einfach nur durch die Straßen schlendern, Menschen gucken, Boutiquen und kleine Geschäfte oder gemütliche Cafés entdecken, die beste Eisdiele der Stadt finden, das ist was ich gerne mache und oft tue. In Zürich oder Frankfurt.

Aber auch früher in Hong Kong. Was war ich glücklich, wenn ich eine Adresse gefunden habe, oft versteckt hinterm nächsten Haus. Genauso Weiterlesen

Foto ABC-Projekt: G wie …

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Mein Post von grade eben … der gilt gar nicht … also noch einmal neu:

G wie Gartenzwerg. Den hab ich vor kurzem in Bad Kreuznach geknipst in weiser Vorausschau, dass ich ein entsprechendes Foto benötige :-).

abc-2Danke an wortman für die Inspiration.

ABC Fotoprojekt: G wie …

fullsizeoutput_337Mein Mann verdrehte gestern die Augen als ich ihm Begriffe zum Buchstaben G aufzählte fürs ABC Fotoprojekt: Gartenzaun, Gartenlaube, Gartenstühle, Glockenturm … bis ich auf G wie Gullydeckel kam. Diese drei mussten es dann sein mit einem Schatten-Selfie.

Hier findet man interessante Erläuterungen zum Schacht- oder Gullideckel, den man auch mit „i“ schreiben kann.

Im Duden steht woher der Begriff „Gully“ stammt: Weiterlesen

abc.etüden. Schneegestöbers Schlussgeschichte (Teil 6)

Nicole hatte es sich im ICE nach München gemütlich gemacht. Allerdings stand der Zug nun schon seit einer Weile. Die Lautsprecher knisterten und eine weibliche Stimme verkündete: „Sehr geehrte Fahrgäste, unser Zug kann leider nicht weiterfahren. Vor uns hat sich eine hohe Schneeverwehung aufgetürmt. Die Feuerwehr ist unterwegs. Wir müssen leider mit mit einer Verspätung von mehreren Stunden rechnen. Bitte machen Sie es sich gemütlich. Wir werden gleich mit Decken, Tee und Sandwiches an Ihrem Platz vorbeikommen“. Draußen toste der Wind und die Schneeflocken schlugen an die Fensterscheiben. Winterreifen hätten hier auch nichts genutzt, dachte Nicole. Wäre sie bloß bei Pierre im Chalet geblieben und2019_0607_2_300

hätte die Nacht abgewartet, dachte sie noch bevor sie einschlief.

Pierre dagegen lief enttäuscht und zornig im Chalet von Zimmer zu Zimmer und suchte Nicole. Wo ist sie denn bloß? überlegte er. Eifersüchtig war er gewesen, als sie ihm ganz verzaubert von Michael aus München erzählte. Er übersah im Dunkeln die letzte Treppenstufe und stolperte. Weiterlesen

abc.etüden: Winterreifen gratis dazu

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Winterreifen gibt es gratis dazu“, las sie beim Vorbeigehen. Sie war gerade aus dem Zug gestiegen. Ein großes Plakat hing am Bahnsteig. Sie blieb neugierig stehen und liess sich diesen Satz auf der Zunge zergehen. „Gratis zum SUV dazu“. Cool, dachte sie. Ihre Winterreifen hatten nach diesem Winter eh ausgedient und ein neues Auto wäre chic. Sie wollte nämlich ab Frühjahr in den Bergen wohnen und endlich ihrem bisherigen Stadtleben Adieu sagen. Endlich würde sie ihren Traum verwirklichen: auf einem alten Bauernhof leben, Tiere halten und Gemüse anbauen und ein Bed-and-Breakfast eröffnen. Die drei Schlafzimmer im obersten Stockwerk hatten jeweils ein eigenes Bad. Sie freute sich auf ihr neues Leben. Seit dieser Entscheidung war sie rundherum glücklich. Migräne hatte sie schon seit Wochen nicht mehr geplagt. Sie müsste nun nie mehr eifersüchtig auf andere Aussteiger schielen. Sie gehört jetzt zu denen dazu, die für ihren Lebensumbruch bewundert würde. Sollten doch die anderen weiter unzufrieden durch ihr Leben stolpern.

Seit Jahren hatte sie sich auf diesen Schritt vorbereitet: Weiterlesen

ABC-Fotoprojekt: F wie … Frieden

abc-2So viele Leser*innen waren schon wieder fleißig mit dem Buchstaben „F“.

Wortman hat ein Foto mit einem Feuerschlucker vorgestellt. Wo er den wohl geknipst hat?

Ich habe zwei Fotos in Sachen F wie Frieden. Einmal eine Friedenstaube. Ich nenne sie einfach so. Aufgenommen auf dem schon öfter genannten Stadtspaziergang in Offenbach im Hafenviertel. Ich finde sie einfach zum Piepen auf diesem Graffiti-Wandbild.

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In Bad Kreuznach – meiner alten Heimatstadt – war ich vor kurzem spazieren (schon öfter „blind“ dran vorbei gelaufen) und entdeckte diese Wandbemalung, die ein historisch-politisches Event unvergessen macht. Und hochaktuell ist.

Das Treffen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern ist 60 Jahre her. Weiterlesen

abc.etüden. Nicole im Chalet

2019_0607_1_300Nicole schaute auf ihr Smartphone und spürte wie ihr Zorn in ihren Adern wallte. Seine letzten Worte „Ich, ich …“ hallten noch in ihren Ohren nach. „Ja, was „ich, ich“?“ fragte sie sich. So wie sie ihn kannte hatte er mal wieder das Ladekabel irgendwo liegen lassen. Und sie erinnerte sich an ihren Disput über seine Fahrt in die Schweiz ohne Winterreifen und ohne die Schweiz-Plakette. „Geizhals und Besserwisser“ wisperten ihre inneren Stimmen wütend. Jetzt stand er sicher irgendwo am Straßenrand und stolperte durch den Schnee. Sie hatte die Faxen dicke. Sie ärgerte sich schon seit Monaten über ihn. Ständig dieses Machtspiel zwischen ihnen. Sie sehnte sich schon lange nicht mehr nach seiner Zärtlichkeit aber sie spürte ihre Lebenslust und Neugier. Weiterlesen