Kiez in Berlin. Im Viertel unterwegs.

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Ich bin in Berlin. Besuche meine Freundin, die seit wenigen Wochen in Berlin-Friedrichshain weilt. Sie wohnt in einer großen Wohnung. 2er-WG. 5. Stock. Dachterrasse. Wunderbar begrünt und bepflanzt. Zwei Katzen schnurren um die Beine. Man geht die Treppen zu Fuß nach oben und schnauft ordentlich wenn man oben angekommen ist. In der 3. Zwischenetage steht ein Stuhl zum Ausruhen. Ein roter Teppich ist ausgelegt. Das Treppenhaus wirkt sehr gepflegt. Schöne Holztüren machen neugierig auf die Wohnungen, die dahinter liegen.

Unten auf der Straße gleich nebenan ein Frisör.

Es war ein herrlicher Tag. Trotz der Sommerhitze wehte ein kühler erfrischender Wind, der den Stadtbummel erträglich machte. Ich fragte: Was ist eigentlich Kiez? Weiterlesen

abc.etüden.miniatur: gescheitert

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Die Abweichung im Finanzhaushalt war deutlich zu erkennen.
Was sollte er bloß machen, überlegte er verzweifelt.
Er musste Insolvenz anmelden.
Dieser Schritt war unabwendbar.
Er war mit seiner Idee gescheitert.
Seine Pupillen verengten sich als er ins grelle Sonnenlicht blickte.
Er nahm seinen Hut und seine Sonnenbrille.
Jetzt erstmal raus hier, dachte er, und einen Plan B überlegen.
Er würde es schaffen.

Bei wortgeflumselkritzelkram eben auf die Idee gekommen, eine abc.etüde in Miniaturform zu schreiben.

Die Wörter für die Textwochen 23/24 des Schreibjahres 2019 kommen von Werner Kastens und seinem Blog Mit Worten Gedanken horten.

Auf Christianes Blog versammeln sich alle Texte zu den drei gespendeten Wörtern.

Meine gestrige Etüde „Atemnot“ hier.

abc.etüden. Atemnot.

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Die Wörter für die Textwochen 23/24 des Schreibjahres 2019 kommen von Werner Kastens und seinem Blog Mit Worten Gedanken horten.

Auf Christianes Blog versammeln sich alle Texte zu den drei gespendeten Wörtern.

Sie lag ganz still. Sie spürte wie sich ihr Herz zusammenzog und ihr Brustkorb schwer wurde. Sie rang nach Atem. Die Worte ihres langjährigen Hausarztes hallten in ihren Ohren: Ihre Herzkranzgefäße sind verengt, Ihre Cholesterin- und Blutzuckerwerte alarmierend hoch. Eine Stent-Implantation ist unabwendbar. Ich empfehle Ihnen dringend einen Termin beim Spezialisten zu vereinbaren. Zögern Sie nicht zu lange. Schlimmstenfalls erleiden Sie einen Herzinfarkt.

Sie spürte Panik aufsteigen und atmete tief ein und aus um sich zu beruhigen. Sie konnte sich weiß Gott zur Zeit keine Terminabweichungen in ihrem Business erlauben. Morgen sollte sie die neue Crew aus London treffen, um das nächste Engagement klar zu machen.

Sie würde wohl eine Spur zurückschalten Weiterlesen

Schreibe eine Miniatur: Begegnungen auf dem Friedhof Fluntern

Kreativer Schreibworkshop in Zürich heute: Schreibe eine Miniatur. Einen Satz oder 10 Sätze. Einer meiner Miniaturen, die ich schrieb:

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James Joyce am eigenen Grab. Lesend und sinnierend.

Heute würde sie endlich den Friedhof Fluntern auf dem Zürichberg besuchen. Sie liebte Friedhofspaziergänge. Im Internet lernte sie, dass Elias Canetti und James Joyce hier begraben sind. Beide Gräber liegen nah beieinander. James Joyce sitzt als Bronzefigur lesend an seinem eigenen Grab. Vielleicht liest er seinem Kollegen Elias vor, der seinen Worten lauscht? Der Wind lässt die Blätter der Bäume murmeln.

Gib deinen Text einer anderen Teilnehmerin. Sie wird den Text lesen und schreibt eine Verstärkung deines Textes. Diese Verstärkung kann sich auf den Inhalt oder das Gefühl beziehen. Der Text, der entstand, darf ich mit Erlaubnis hier vorstellen. Von Maria:

Friedhofspaziergänge. Frieden, Ruhe, Schicksale, Geschichten. Die junge Frau, die an ihrem 22. Geburtstag gestorben ist. Wer war sie? Was erzählt sie uns? Ein Grab ohne Grabstein, ohne Kreuz nur ein Namensschild mit Reißzwecken an einem Stück Holz befestigt mit einer Plastikfolie überzogen. „Ursina von Koslow“. Auf dem Grab eine Blumenschale mit Primeln und Osterglocken. Es gibt noch jemand, der Ursina geliebt hat.

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Foto Projekt ABC: W wie …

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Schon länger weiß ich welches Foto ich hier präsentieren will für das „W“. W wie das Wunder oder sich wundern? Ein schönes Wort ist meiner Meinung nach: Wundertüte. Und solch eine Wundertüte gab es für mich Weiterlesen

Mal eben eine Nacht in Frankfurt gewesen

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von Sachsenhausen kommend vom Eisernen Steg aus geknipst

Ich hatte was zu erledigen
in Frankfurt.
Bin mit dem ICE gefahren
hin und her
pünktlich wie nie war ich dort

In Frankfurt hatte es gerade heftigst gewittert
ich stieg aus und stieg über Pfützen
Glück gehabt! dachte ich.
Mit meiner Freundin abends Himbeerstracciatella geschleckt Weiterlesen