abc etüden 38.17: das rosa-grüne Garn

Christiane hat zur 38. abc etüden Schreibwoche eingeladen. In knapp 10 Sätzen eine Kurzgeschichte schreiben.

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Scheiß doch auf die Achtsamkeit, die von überall gepriesen wird.
Pah.
Zen und die Kunst des Stickens.
Dass ich nicht lache.
Ich werde den rosa und den grünen Faden so verwurschteln, dass die Tischdecke ein grelles Kunstwerk wird.

Rosa-grün soll die Weihnachtstischdecke werden.
Genau so.
Keine anderen Farben!

Wo ist jetzt diese verdammte Stickanleitung?

So was Banales wie Bratkartoffeln

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Gestern wurde ich gefragt, was ich mir abends zum Essen zubereite. Es ging in unserem Gespräch um das Banale im Alltag und eben um dieses Rezept. Ich habe ja schon sehr früh in der Großküche unseres elterlichen Betriebes mitgeholfen. Meine Mutter hat sozusagen fast täglich pfannenweise Bratkartoffeln für unsere Gäste gebruzzelt. Ich bereite mein Rezept aber nicht wie bei Muttern zu, mit Speck und Zwiebeln sondern anders.

Ich hatte noch eine große runde Kartoffel im Gemüsefach, die ich mittags kochte für den Abend. Es war ein lustiges Bild: diese einsame große Kartoffel im Kochtopf zu sehen. Es brauchte dann eine gute halbe Stunde bis sie gar war. Mit einem Piekser hab ich getestet, ob sie weich ist.

Abends schnippelte ich die Kartoffeln in kleine Stücke und briet sie mit Frühlingsziebel und Paprika auf mittlere Hitze an, bis alles leicht angebräunt war. Nun kommt es darauf an, wie man das Ganze würzt. Meine Variante ging gestern so: mit orientalischem Gewürz, Rosenpaprikapulver und Kumin (Kreuzkümmel) und Salz habe ich abgeschmeckt und dann noch mit Tomatenwürfeln, einem gekleppertem Ei und geriebenem Käse verfeinert. Nun ist mein kleines Gericht schon fast zu einem Bauernomelette geraten bzw. zu einer spanischen Tortilla. Man reiche einen leckeren Salat dazu und schon ist ein köstliches Abendessen entstanden.

Gehört das Banale im Alltag nicht auch zum Wesentlich werden? Ein neuer Gedanke, der mich ganz froh werden lässt und mir neue Blogideen beschert.

Lust auf Bratkartoffeln bekommen? Wie bereitest Du sie zu? Ist doch ein sehr kreatives Essen und hängt vom Inhalt des Kühlschranks ab. Mahlzeit!

Diesen Artikel widme ich Herrn Zimt ;-), der mich auf die Idee brachte.

Ich habe dann noch bei Wikipedia nachgelesen zu „Banal“. Sehr interessant. Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutete ursprünglich „gemeinnützig“.

Wesentlich werden: Machen! – nicht lange überlegen!

IMG_6591Man könnte natürlich sofort entgegnen: wenn du die Dinge immer so unüberlegt tust, dann bist Du ja auf einem guten Weg Dich zu verzetteln. Ja. Stimmt!

Andererseits erlebe ich an mir, dass ich mich oft ausbremse wenn mich etwas interessiert. Das betrifft vor allem Kulturelles in Zürich. Ich habe eine halbe Stunde Zugfahrt nach Zürich mit 1 x Umsteigen. Das ist nicht viel. Dennoch! Den Hintern hoch kriegen vor allem abends?! Ganz schwer.

Also. Ich habe einiges bisher NICHT gemacht, wegen dem Hintern ;-).

Zu dem Einwand des Verzettelns könnte folgende Regel gelten: Man stellt sich noch ein paar kurze Fragen bevor man los legt:

  • Darf ich mir die Lust erlauben, dies jetzt zu tun?
  • Verletze ich jemanden wenn ich es mache?
  • Wird es mir gut tun?
  • Werde ich mich verzetteln, weil etwas anderes wichtiger ist?
  • Interessiert mich grundsätzlich, was ich jetzt machen möchte, habe ich es mir in der letzten Zeit immer wieder – aus welchen Gründen auch immer – verkniffen?

Dann los, wenn nichts dagegen spricht.

Ich habe in den letzten Tagen gelernt: Wir haben in Zürich eine Kunsthalle und ein Kunsthaus. Im Kunsthaus bin ich vor wenigen Tagen gelandet, weil ich eigentlich in die Kunsthalle wollte. In der Kunsthalle hatte ich gestern das Vergnügen Daniel Bauman, Kurator und Direktor, während einer Führung durch die aktuelle Ausstellung zu erleben. Mich hat meine Aktion sehr zufrieden gestellt. Weiterlesen

Buchtipp: PeaceFood von Ruediger Dahlke

peace-foodIch klicke gerade durch den aktuellen Newsletter der Newslichter und finde Ruediger Dahlkes Buch PeaceFood, das schon eine Weile in meinem Regal steht.

Ich werde die nächsten Tage wieder mal reinlesen, weil ich merke, dass mir zu viel Milch im Milchkaffee nicht gut tut. Wobei ich nur morgens einen Milchkaffee trinke, also ist das gar nicht der Rede wert weil ich auch meine, das was der Seele gut tut, tut einfach gut. Ich will mich nicht „diätmäßig“ kasteien. Aber ich bin „fremdgegangen“, hab die letzten Tage auch mal nachmittags einen Capuccino geschlürft und da steckt ja weiß Gott auch viel Milch drin. Auch wenn es jeweils Bio-Milch ist. Da steckt so viel Gutes drin, was der Körper eigentlich gar nicht benötigt, denn es ist ja fürs Kälbchen gedacht, das prächtig gedeihen soll.

Ich merke meinem Körper und Magen sofort an, wenn ihm etwas zuviel wird. Dann gibt es leckere Kräutertees anstatt. Und Reistage sind gut, um den Körper und Magen zu entlasten.

Also. Ich spicke jetzt mal wieder ins Buch rein. Den nachfolgenden Satz finde ich sehr gut und deshalb stelle ich Euch das Buch jetzt vor. Es geht nämlich ums wesentlich werden, wenn wir einen klaren Kopf behalten (wollen)!

Wer gesünder isst und klarer denkt, kommt auch ökologisch auf bessere und inspirierende Ideen. Der vierte Buchabschnitt bringt einen bunten Strauß von Möglichkeiten, sein eigenes Leben durch einfache Tricks gesünder, glücklicher und damit auch erfolgreicher zu gestalten. Quelle: Newsletter-Artikel: Peace-Food – Verzicht auf Fleisch und Milch heilt

 

Wesentlich sein: Mal was ganz anders machen als sonst?

So könnte ich einem Außerirdischen erklären, was es bedeutet „wesentlich zu werden“: mal was ganz anders machen als sonst. Und eigentlich wollte ich ja schreiben, was man dann NICHT macht (siehe vorherigen Artikel: Was wäre wenn … ). Aber das ist echt schwierig. Mal sehen, ob mir die Umkehrlektion später gelingt, aber jetzt will ich erstmal schreiben, was ich gerade konkret Wesentliches tue.

Okay. Ich gebe zu. Ich genieße gerade sehr meine Sommerwochen hier am See. Ich habe mir ganz bewusst KEINE Reisezeit in den Kalender gesetzt. Es kehrt Ruhe ein. Übrigens: das ist wesentlich werden, stelle ich gerade beim Lesen fest.

Also: Heute morgen habe ich entgegen aller bisherigen Morgen das Online-Radio eingeschaltet und mich von HR2 unterhalten lassen. Schon allein das hat gut getan! Unterschiedlichste Musik habe ich gehört, kleine Reportagen und Unterhaltungen. In den Nachrichten kamen die Nachrichten aus Hessen in mein Ohr.

Da mein Zugticket nach Zürich noch bis 14.45 Uhr gilt dachte ich mir bei dem Regenwetter könnte ich doch ENDLICH mal ins Kunsthaus Zürich gehen. Den Vormittag und das Zugticket nutzen. Das Kunsthaus öffnet um 11 Uhr seine Türen und für die Dauerausstellung musste ich heute nichtmal Eintritt bezahlen. Ich war nicht die Erste, hinter mir bildete sich schnell eine lange Schlange.

hodler_tag_b_bc960d8753Ich machte mich schlau, was wo ausgestellt ist und habe mich in die Räume der Schweizer Maler begeben. Ferdinand Hodler lernte ich, ist ein berühmter Künstler seiner Zeit gewesen. Einige seiner Werke habe ich mir über das Audiogerät erklären lassen.

Nach der Ausstellung wollte ich eigentlich im Café des Kunsthauses mit meinem Laptop sitzen und schreiben. Jetzt sitze ich also im „kunsthausrestaurant“ und lasse mir gleich etwas Asiatisches kochen und haue mal schnell in die Tasten. Dies ist wirklich das erste Mal: dass ich an einem ganz fremden Ort schreibe. Ich wollte ausprobieren, ob das inspirierend ist. Auf jeden flutscht es in die Tasten.

Ich war sogar ganz brav 😉 und habe gefragt, ob ich meinen Laptop aufmachen darf um darin zu schreiben. „Ja klar“ war die Antwort. Ich bin deshalb so schüchtern, weil um mich herum sitzen sehr viele Menschen an weiß gedeckten Tischen, ich an einem ungedeckten. Also darf ich hier meinen Laptop ruhig nutzen und in ihn hineinklimpern. Der nette Ober hat mich sogar gefragt, ob ich Internet mag.

Yessss.

Mein Essen kommt. En guete Euch auch.

„Die göttliche Ordnung“ – schönes Beispiel fürs Wesentlich werden

Gestern war ich im Kino. Endlich. Ich habe mir „Die göttliche Ordnung“ angeschaut. Der Film läuft seit dem Frühjahr in den Schweizer Kinos. Die Frauen haben vor 45 Jahren für ihr Stimmrecht gekämpft. Das war nicht einfach! Mutig waren sie!

Sollte ich also einem Außerirdischen erklären, was „wesentlich werden“ bedeutet, könnte ich erklären: Schau dir den Film an. Das was die Frauen hier gespürt haben, hat sie wesentlich werden lassen. Sie haben gebrannt für ihr Recht und sind schwierige Wege gegangen.

Hat mich berührt der Film und glücklich gemacht.